1 Jahr Motorrad Weltreise – Soviel hat es gekostet und hat es sich gelohnt?

Titel

Am 28.04.2014 haben Fou und ich den Schloßplatz in Stuttgart verlassen um in die Welt zu ziehen. Genau ein Jahr ist seitdem vergangen. Hat sich das ganze gelohnt: 6 Jahre träumen, 2 Jahre sparen um ein Jahr zu Reisen?

Es wird Zeit für ein Fazit und einen kritischen Blick: Was war schwierig? was war geil? Hat es sich gelohnt? Und wie geht es weiter?

28.04.2014: Stuttgart, Schloßplatz

28.04.2014: Stuttgart, Schloßplatz

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Das war schwierig:

1. Motorrad Reisen ist kein Urlaub

Ich liebe es, verstehe mich nicht falsch, aber es kann auch sehr hart sein. Es gab einige schwierige Etappen:

Motorrad fahren bei 43 Grad in Usbekistan ist nicht nur anstrengend, es laugt Dich aus. Du hast das Gefühl in Deinem eigenen Schweiss zu kochen.

Schlimmer ist noch das Gefühl, wenn Dein Motorrad streikt und Du es nicht mehr fortbewegen kannst,  niemanden kennst und keiner deine Sprache spricht.

Motorrad fahren in Indien gehört auch auf die Liste „muss ich nicht nochmal machen“, genauso wie Zug fahren, Zug Ticket kaufen oder gar Motorräder in den Zug verladen – in Indien.

Muss nicht nochmal sein: Motorräder in einen indischen Zug verladen

Muss nicht nochmal sein: Motorräder in einen indischen Zug verladen

2. Heimweh

Auf dieser Reise habe ich oftmals Heimweh verspürt. Das kannte ich nicht von mir. Bisher wollte ich nachdem die eine Reise vorbei war gleich wieder los. Dieses Mal hatte ich immer wieder Sehnsucht nach Gesprächen mit Freunden oder nach einer Partnerin (Fou konnte das nicht immer ausgleichen).

Außerdem habe Ich einige “Events” in meinem Freundeskreis verpasst (Grüße an die kleine Dominique <3); das Leben daheim steht nicht still.

3. Travel hangover

Wer viel sieht muss viel verarbeiten. Wer aber ständig weiter reist findet keine Zeit dafür. Die Lösung ist langsamer zu reisen, aber dafür habe ich kein Budget. Hier habe ich falsch geplant. Sollte eine weitere Weitreise folgen, würde ich es sicherlich anders machen. Falls Du eine ähnliche Reise planst, lass Dir Puffer (finanziell und zeitlich), um es bei Bedarf langsamer angehen lassen zu können.

Manali_Leh_Highway

Travelhangover, Heimweh geplagt und Leiden unter den harten Bedingungen. Ist es wirklich so trostlos?

Natürlich nicht – im Großen und Ganzen war es einfach nur GEIL!

Sumatra: geil!

Sumatra: Geil!

Das war GEIL:

Ich habe gelernt, dass..

1 . …ich nicht viel brauche und..

Ein schöner Abend mit lebensbejahenden Menschen, Musik im Hintergrund, kein Stress und Ruhe – mehr braucht es nicht. Und das ist umsonst.

So waren die besten Momente oft kostenlos: campen an Sumatras Stränden, mit neuen Freunde nachts auf Almatys Dächern sitzen , die grenzenlose Gastfreundschaft im Iran, thronen auf den Bergen im HimalayaAlles billiger als ein Flachbildfernseher.

Es braucht nicht viel mehr als gute Gesellschaft

Es braucht nicht viel mehr als gute Gesellschaft

2. …nichts ist für immer

Es gilt den Moment zu schätzen, denn er ist flüchtig. In einen Moment genießt du die Fahrt über dem Manali Leh Highway, im nächsten stürzt Du und liegst 50cm vom Abgrund entfernt.

Erst hast Du den Spass Deines Lebens und die besten Mangos der Welt auf einer Mangofarm in Pakistan, im nächsten zerreist es Dir den Magen und Du kommst nicht mehr von der Toilette für 2 Wochen

In dem einem Moment freust Du Dich über die Orang Utans in Bukit Lawang, im nächsten jagen sie Dich durch ihren Dschungel.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es aber auch um einiges leichter die schweren Etappen zu überstehen. Es geht immer weiter und irgendwie funktioniert es am Ende doch! Auch hartes Brot lässt sich verdauen.

gehtauch

Motorrad im Schlamm? Egal, geht auch weiter

Unsere Zeit hier ist begrenzt, aber nicht nur Deine, sondern auch die Deiner Freunde und Deiner Familie. Es gilt die schönen Momente auszukosten und die weniger schönen durchzustehen ohne sich zu viele Sorgen zu machen.

3. Ich bin gewachsen und..

Wir sind durch Schnee und Eis gefahren, durch die größte Hitze und knochentrockene Wüsten, mein Motorrad ist mehrmals liegen geblieben, ich war krank, hatte einen Unfall mit einem Hund in Pakistan und wir wurden dort tausend Kilometer von bewaffneten Militärs eskortiert, wir haben in einer Polizeitstation geschlafen und ich bin die höchste Straße der Welt gefahren, wir haben Hindernisse gemeistert von denen wir nicht einmal wussten, dass sie existieren UND wir haben Indien überlebt!

trampende Eskorte in Pakistan

trampende Eskorte in Pakistan

Diese Erlebnisse geben Dir Selbstvertrauen und Zuversicht. Du lernst dass Du verletzlich bist, aber das ist in Ordnung. Wenn du Schwierigkeiten hast, wirst Du Menschen finden die Dir weiter helfen.

Ich bin weit davon entfernt “zen-mäßig” durchs Leben zu gleiten und wenn mein Motorrad ein Geräusch macht, dass ich nicht kenne, flippe ich innerlich immer noch aus. Aber im  Vergleich zum Beginn der Reise bin ich um einiges ruhiger und entspannter geworden. Ich habe Vertrauen in mich und die Menschen um mich herum.

4. …sehr sehr dankbar!

Für die vielen unvergesslichen Momente und tollen Menschen, für die schönen Etappen, genauso wie für die schwierigen. Und ich bin dankbar zu lernen dass es ein fantastisches Los ist in Deutschland geboren worden zu sein. Wir haben so viele Freiheiten! Wir können mehr oder weniger tun und lassen was wir wollen und sind überall auf der Welt willkommen – leider nutzen es die Wenigsten.

2.1

Außerdem bin ich enorm dankbar diese Zeilen schreiben zu können. Die größte Herausforderung für solch eine Reise heutzutage ist es den Straßenverkehr zu überstehen. Was sich auf asiatischen Straßen abspielt ist einfach nur unglaublich.

Und Fou, hey Fou, ich bin echt dankbar für Dich! Du hast „ja“ gesagt zu dieser irrsinnigen Idee und so wurde aus einem Handschlag in einer U-Bahn eine epische Reise. Wir  haben 9 Monate lang praktisch jeden Tag miteinander verbracht – trotzdem verstehen wir uns immer noch.

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Und ich bin dankbar für Dich! Danke, dass Du diesen Artikel liest und erst uns und jetzt mir auf dieser Reise folgst! Es ist Dein Feedback, Deine Emails, Deine Kommentare über die wir uns jedesmal sehr freuen. Das Internet ist so laut, schön dass wir es auf Deinen Bildschirm schaffen! Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass es andere Menschen gibt die ähnlich ticken und verrückte Wünsche oder Ideen haben.

5. Ich bin F-R-E-I

Vor allem aber bin ich frei. Ich kann meine Reise und mein Leben in diesem Abschnitt gestalten, wie ich es möchte. Ich habe die komplette Verantwortung dafür, denn ich sitze tatsächlich im Fahrersitz. Zuhause trafen oft andere für mich die Entscheidungen: Mein Chef, meine Kunden, Kollegen, Verpflichtungen, usw.. Andere Menschen haben mir in weiten Bereichen mein Leben diktiert und sogar noch schlimmer: sie hatten es (oft unbewusst) in der Hand, ob ich glücklich bin, oder nicht.

Das gibt es nun nicht mehr. Der einzige, der nun verantwortlich ist, bin ich. Wenn ich etwas verbocke, dann kann ich die Schuld nirgends hinschieben. Aber wenn es gut läuft darf ich mich auch zurücklehnen und es voll genießen, denn es war mein Werk.

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Hat es sich nun gelohnt?

Nun ja, vielleicht hätte ich mir eine Mercedes A-Klasse kaufen sollen. Ich würde mich morgens rein setzen und aus dem Fenster schauen wenn ich mal wieder im Stau stehe auf dem Weg zur Arbeit. Dann würde ich all die anderen Stausteher bemitleiden deren Autos sich nicht die bevorzugte Sitzposition automatisch merken – Arme Schlucker!

Spass beiseite; es ist nicht immer einfach, teilweise echt schwierig und hart. Aber es ist ein extremes Leben und es fühlt sich echt an. Ich fühle mich lebendig! Die positiven Erlebnisse, die vielen Erfahrungen und Learnings, die Freundschaften überstrahlen alles andere.

Für mich persönlich gibt es keine bessere Alternative Geld zu nutzen!

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Zudem muss man dazu sagen, dass einiges von meinem Budget für Equipment und das Motorrad drauf gingen und sollte ich das nicht verlieren (was nicht sicher ist) wird das zweite Jahr günstiger.

Und wie geht es weiter?

Meine Zeit in Süd-Ost Asien nähert sich dem Ende und ich bin ehrlich gesagt froh darüber! Es war eine fantastische Zeit, aber nun freue ich mich auf das nächste große Abenteuer: Australien! Nicht nur ein neues Land, sondern ein neuer Kontinent! Koalas, Kängurus und viel viel Platz. In Australien wohnen halb so viele Menschen wie in Sumatra (23 Mio. zu 50 Mio.) – Australien ist aber 14 mal (!) so groß. Viel Platz – viel Ruhe.

1 Jahr Howfarcanwego: was sind Deine Gedanken? Was war gut, was können wir besser machen? Rein damit in die Kommentare!

Was kostet eine
Motorrad weltreise?!

# Stuttgart - Darwin: Das hat es gekostet
# Wie du das gesamte Budget in Rekordzeit sparst

 

 




49 Kommentare

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  1. Hartmut

    Hallo Stefan,
    ich habe deine Zeilen gerne gelesen. Bin wirklich beeindruckt. Ich lese solche Reiseberichte unheimlich gern. Mir fehlt der Mut solch ein Wagnis zu starten.

    Linke zum Gruß
    Hartmut

    • Stefan

      Hi Hartmut,
      danke für deinen Kommentar! Vielleicht kannst du mit einer kleineren Tour beginnen.. Wenn man einmal Blut geleckt hat, kommt der Rest ganz von allein :-)

      Liebe Grüße
      Stefan

  2. Meike

    wie cool – ich will auch :-))
    … es ist ein so unbeschreibliches Gefühl sich so „echt“ zu fühlen und festzustellen, wie wenig man wirklich braucht :-)

  3. Steffen Hähnlein

    Hey Buddy.

    Ich bin nach wie vor begeistert von deinem Blog und der Möglichkeit, jederzeit nachverfolgen zu können, wo du dich gerade herumtreibst und wie es dir auf deiner Reise ergeht. Wenn ich mich recht erinnere, dann hast du mal geschrieben, dass du vor der Reise gedanklich oft nicht im Hier und Jetzt warst, sondern immerzu überlegt hast, was die Zukunft für dich bereit hält und was es auf dieser Welt noch alles zu entdecken gilt. Ich bin momentan in einer ähnlichen Phase und insofern helfen deine Berichte dabei, das Fernweh ein wenig zu mildern. Manchmal hat man das Gefühl, selbst dabei zu sein und fühlt sich an tolle Menschen und Plätze erinnert, die man selbst schon hautnah erleben durfte. Insofern danke ich dir für deine literarischen Ergüsse und wünsche dir noch viele tolle Erlebnisse.

    Beste Grüße aus good, old Germany
    Steffen

    • Stefan

      Hi Steffen,
      cool von dir zu hören!
      Ja das Hier und Jetzt ist nicht immer mein Freund. Aber ich habe 3 Tricks gefunden um mich auszutricksen. Die kommen hier demnächst auch mal :-)

      Alles Gute
      Stefan

  4. Daniel Tsiflidis

    Das geht schon in Richtung Selbstfindung Stefan ;-)

    Nur traurig dass man in unserer „Ich habe und brauche Alles“ Gesellschaft in Deutschland, es nicht schafft sich selbst zu finden, und erst um die Welt reisen muss (oder eine Therapie, Selbstanalyse o.ä.) machen muss, um der zu sein, der man doch im Grunde ist.

    Alles Gute weiterhin (Ich bleibe jedenfalls interessiert am Bildschirm :-) )

    • Stefan

      Hi Tsifi,

      ja bin da voll bei dir. Wir haben „uns“ völlig verlernt. Mit den ganzen Umwelteinflüßen, Erwartungen, Stress & Druck haben wir vergessen wer wir sind und es braucht tatsächlich größere Maßnahmen, wie du schon beschrieben hast, um sich selbst wieder näher zu sein.

      Nicht, dass ich mich gefunden hätte, aber das Suchen macht Spaß :-)

      Grüße
      Stefan

  5. Sandra

    Hi es ist toll zu lesen u ich träume scho lang davon… Nur meine Kids hindern mich noch daran….. Aber die werden auch groß… ;-) bis dahin genieße ich eure berichte… Liebe grüße Sandra

  6. Panny

    Selten habe ich einen inhaltsschweren Text in so hohem Maße unterschreiben können!
    Wir empfinden es sehr ähnlich. Hut ab, vor Deiner Fähigkeit sowas gut in Worte zu fassen und rüber zu bringen!

    Gruß von Zweien, die mitten drin stecken im letzten Abenteuer der Weltumrundung: der Resozialisierung!

    Toi, toi, toi für die weitere Fahrt!

    Panny von den Krad-Vagabunden

    • Stefan

      Hi Panny,

      danke, dass freut mich sehr zu lesen!

      Ich habe kurz vor Reisebeginn den Pegaso-Podcast mit dir und Simon zum Thema „heimkommen“ gehört. Finde es aber richtig geil was du daraus machst und wünsche dir viel Erfolg damit!

      Grüße
      Stefan

  7. Thorsten

    Hallo Stefan,

    sehr schöner Bericht. Macht richtig Spaß zu lesen. Freu mich schon auf deine nächsten Zeilen.
    Würde auch gerne eine solche Reise machen. Irgendwann. Vorerst bin ich erstmal dabei Europa kennen zu lernen.

    Wünsch dir noch ganz viele tolle Begegnungen und Erlebnisse auf deine Reise.

    Thorsten

    • Stefan

      Hi Thorsten,

      danke Dir!

      Mit kleineren Reisen fängt das oft an und irgendwann steht man in der Mongolei oder der Iran und denkt sich „wie ist denn das passiert?“ :-)

      Grüße
      Stefan

  8. Rolf

    Hallo Stefan,

    Sehr richtig, ich kann nach neun Monaten Weltreise genau nachempfinden was du schreibst. Und es geht weiter. Jeder Euro den man in so eine Reise steckt ist sehr gut investiert.

    Um es anders auszudrücken: Man kann mit einem Sack voller Geld begraben werden, oder mit einem Herzen voller wunderbarer Erinnerungen.

    Viele Grüße aus Lima,
    Rolf
    http://facebook.com/ThisWorldAhead

    • Stefan

      Hi Rolf,

      schön von dir zu lesen! Warst du nicht mit dem Angel (mit der kaputten Tenere) in China?

      Besser kann man das wohl nicht ausdrücken!

      Grüße und Vorsicht mit den Lamas

      Stefan

      • ROlf

        Ja, richtig. China und vor allem Tibet war eines der Höhepunkte bisher.Wo habt ihr euch getroffen?

        Kann mich übrigens auch sehr gut an euren Aufkleber im Hostel in Samarkand erinnern ;-)

        Viele Grüße und weiterhin gute Reise,
        Rolf

  9. Dani

    Ich kann nur sagen wenn ich das lese werde ich innerlich unruhig… ich will wieder meine Tasche packen und los… und nur wer so eine Reise hinter sich hat kann wirklich verstehen von was du redest…
    Australien… dort hatten wir unsere Auszeit… fast einmal um den Kontinent… natürlich mit Allrad… den braucht man dort auch ;-)
    Wenn du ein paar Geheimtipps möchtest die in keinem Reiseführer stehen… melde dich

    • Stefan

      Hi Dani,

      klar Geheimtipps hören sich klasse an und weit ist es nicht mehr.
      Ich kann dich nicht anschreiben, aber vielleicht willst du mir einfach an Stefan(at)howfarcanwego.de schreiben??

      Danke Dir
      Stefan

  10. Sascha

    Hallo, ja so kann es gehen. In Australien erwarten Dich ganz andere Dinge, als erstes die Kohle, oder besser gesagt die Carantaine Inspection (auch mit Kohle verbunden, also alles gut sauber machen gell), nach 1 Jahr SEA hat uns AU geschockt, Packung Tabak 30g: 40AUD, Sprit 2AUD, Glas Bier 10AUD, Dose 6AUD, Unterkunft (wenn man in einer Stadt sein sollte auf nem Camping angewiesen ist 50AUD+ etc…), alo falls du unter 31 bist und nen Work und Travel Visa hast, dann viel Spass, falls nicht, brauchst vieeel Kohle von Anfang an, ob sich das lohnt? Wer weiss das schon! ;) Wir waren 1 Jahr dort unterwegs mit unserer AT und haben „nur“ die Westküste von Darwin (nach Timor Leste) bis Sydney „geschafft“, hatten es aber auch nicht besonders eilig. Couchsurfing hilf auch ungemein, hatten nur gute Erlebnisse!
    Chereho MATE!

    Und EinRadAntrieb reicht eigentlich für alles da ;)

    LG Sascha und Kerstin
    http://www.RTWbyBIKE.com

    • Stefan

      Hi ihr 2,

      das Preisniveau von SEA würde ich schon gerne mit-importieren :-)

      Ich habe euren Eintrag zum Biketransport nach FFM im HUBB gesehen und mir da schon eure Seite gespeichert!

      Work and Travel kann und muss ich machen. Mal schauen was es wird.

      Grüße euch
      Stefan

  11. Svenja

    Hola Stefan

    Ich kann dir sehr gut nachfühlen… Es ist, als würde ich es selber schreiben (wobei ich dies nie so gut könnte wie du!). Du sprichst mir nämlich voll und ganz aus dem Herzen – nur den Motorradteil müsste ich ausklammern…
    Ich glaube, wer einmal selber deine beschriebenen Feelings erlebt hat, wird süchtig und geht wieder… Bei mir ist es jedenfalls so: Ich bin vor Kurzem zurück gekommen und gehe bald wieder. Ich verabschiede mich gerade von allen alltäglichen und bekannten Dingen wie Job, Wohnung, etc. und freue mich riesig, auf die Zeit, die mir bevorsteht…

    Gerade weil du mir so aus dem Herzen sprichst, lese ich eure/ nun deine Berichte sehr gerne!
    Ich wünsche dir weiterhin viele tolle Erlebnisse! Geniesse jeden Moment, denn der nächste ist schon wieder anders…

    Liebe Grüsse aus der CH
    Svenja :-)

  12. Stefan

    Hi Svenja,

    du hast recht, das wird wohl nie aufhören, aber das muss es auch nicht!

    Wohin geht es denn bei dir?

    Liebe Grüße in die Schweiz (Franken ist gerade wohl klasse zum reisen :-) )

    Stefan

    • Svenja

      Hi Stefan

      bei mir geht es wieder nach Südamerika… Dieser Kontinent hat es mir total angetan! Die Menschen dort, die Sprache, die Landschaft – einfach toll. Aber wem sage ich das, du kennst ja auch Teile davon :-) Diesmal will ich nicht nur reisen, sondern auch das Leben B (oder ist/wird es zu meinem Leben A???) mal ausprobieren… Ich bin sehr gespannt und freue mich riesig darauf!

      Ja, mit dem Franken lässt es sich gerade recht gut leben:-) Mal schauen, ob das noch ein bisschen so bleibt…

      Machs gut und toitoitoi bei dem, was bei dir vor der Tür steht!

      Liebe Grüsse
      Svenja

  13. Michael

    Danke für den tollen Bericht! Ich lese solche Berichte immer gerne. Habe auch die von Bea und Helle gelesen. Selber möchte ich irgendwann auch mal auf Weltreise mit dem motorrad gehen (fahren). Bis zum Nordcap und Südeuropa habe ich es schon geschafft. Macht weiter so und viel Spaß SG Micha

    • Stefan

      Hi Micha,

      Europa scheint dir zu klein zu werden, da ist eine Weltreise nur die logische Konsequenz :-)

      Bea und Helle bin ich auch schon gefolgt als ich noch im Büro saß, jetzt kreuze ich hin und wieder ihre Spuren, das ist schon witzig.

      Grüße
      Stefan

      • Michael

        Hi Stefan
        Auf den Spuren von Bea und Helle würde ich auch gehen und es würde mir auch komisch sein.
        Und wenn man sich den Globus an sieht, dann ist Europa sehr sehr klein. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken auf der Welt!
        Mich würde noch sehr interessieren, welche Ausfälle ihr mit den Maschinen hattet. Und ob ihr diese wieder nehmen würdet oder nicht. Denn meine 12er GS hat Vor- und Nachteile. Sicher zu schwer. Aber bei BMW bekomme ich auf der ganzen Welt Ersatzteile. Andere Maschinen werden in manchen Ländern nicht vertrieben und daher ist die Beschaffung von Esatzteilen schwierig.
        Weiter viel Spaß
        SG Micha

        • Stefan

          Hi Michael,
          wir hatten kaum Probleme mit den Maschinen.

          Neben dem üblichen Verschleiß (Bremsbeläge, Kette) und Wartung (Luft- und Ölfilter) war der einzige Defekt an meiner Yamaha Tenere eine Steckverbindung vom Laderegler.

          Die BMW F 800 Gs hatte keinen Defekt

          Ich bin kein großer Schrauber und habe mich daher für ein Motorrad entschieden, dass als zuverlässig gilt und bisher ist sie diesem Ruf auch gefolgt.

          Das wichtigste ist dass Du Dich auf der Maschine wohl fühlst. Ersatzteildichte ist auch bei BMW in der Praxis nicht wirklich immer gut. Iran, Zentralasien, Indien außerhalb der ganz großen Metropolen, da sieht es schon sehr sehr mau aus.

          Dennoch findet sich am Ende immer eine Lösung und wenn man eines lernt auf so einer Reise, dann ist es zu improvisieren :-)

        • Patricius

          Erstmal zum Stefan dann zum Michael. Der Jürgen aus Kreuzlingen hat uns (Anne & Patricius) mal den Link eurer Seite zugeschickt. Wir waren in Korea zu dem Zeitpunkt, es bereitet uns immer Freude von anderen Reisenden die Sicht der Dinge zu sehen. Nicht jeder ist ein „Schriftsteller“ aber das war nicht der Grund wieso man auf dieses unmenschliche Abenteuer eingelassen hat. Eure Homepage ist richtig cool, unsere gestaltet sich so langsam wie das weiterreisen, daher gibt es momentan die Verlinkung auf den Blog.

          Sooo Michael, mit diesen „Irrglauben“ der in Europa herumschwirrt, man bekomme überall Ersatzteile für eine BMW, kannst Du vergessen. Wir haben die Nördliche Route genommen d.h. Europa, Russland, Mongolei, Russland, Korea und von dort aus nach Südostasien. In Russland bzw. Moskau waren wir bei 3 von 5 BMW Dealern und die hatten ALLE keine Verschleissteile wie Bremsbeläge, Luftfilter, Radlager. Diese mussten bestellt werden, 3 Wochen Lieferzeit, da Herr Putin zu diesem Zeitpunkt auch noch den Import aus Europa ausgesprochen hat, bin ich 5000Km ohne Vorderbremse gefahren bis ein russischer Biker mit seiner Bremsbeläge von seiner Maschine schenkte! Die Biker Community in Russland ist die engste die wir bisher gesehen haben. In der Mongolei muss man nicht mal nach einem BMW Dealer suchen ;) In Vladivostok angekommen warteten wir gut zwei Wochen auf die Teile die wir damals in Moskau bestellt haben, und ihnen sagten sie sollen es direkt nach Vladivostok schicken… erst als wir nach zwei Monaten (seit der Bestellung in Moskau) in Korea waren, kamen die Teile in Vladivostok an. Es gibt Länder, da gibt oder gab es gewisse Modelle von Herstellern wie BMW, Yamaha usw. nie, deshalb auch keine Ersatzteile, sie wollen diese auch oft nicht bestellen…aus welchen Gründen auch immer? Genau das gleiche in Vietnam, ja wir sind mit beiden BMW in Vietnam reingekommen. Nach zwei monatiger Vietnam Tour sind wir zum BMW Dealer in Hanoi, und ihm schon ziemlich am Anfang gesagt das wir bei ihm vorbeischauen, extra noch gefragt ob man bei ihnen selber am Bike rumschrauben kann, Verschleissteile vorhanden sind usw.? Klar, ihr könnt jederzeit kommen. 5 Tage haben wir in Hanoi „verloren“ der Herr hat einpaar Fotos von uns gemacht, ein Mittagsessen spendiert und jeden Tag vertröstet: Ja morgen könnt ihr in die Werkstatt…er wusst dass das Visa abläuft und Laos wieder auf uns wartet. Egal mit welcher Marke Du losfährst, für die Ersatzteilbeschaffung muss man sehr oft länger warten. Die Vertragshändler sind meistens nur dazu da, die Marke in dem jeweiligen Land zu verbreiten. So gehen z.B. die Vietnamesen mit ihren BMW nach Bangkok zum Service! Da musst man schon mal eine Woche einplanen und es sich gut überlegen ob das Bike einen Service braucht.

          Ich arbeite bereits den vierten Monat bei einem Thai in der Motorradwerkstatt und sehe jeden Tag wie es hier abläuft. Kommt ein Motorrad rein z.B. nach einem Sturz und der Kupplungshebel ist abgebrochen, kann nicht repariert oder bestellt werden. Jetzt kommt Thaistyle – Kupplungshebel samt Blinker, Hupe und Fernlichtschalter demontiert und von einem alten Schrottbiker (egal welcher Marke) drangeschraubt. Oelviskosität? Syntetisch? Teilsyntetisch? Vollsynetitisch? Was ist das fürn Quatsch?! Noch nie gehört!!! Alle Bikes bekommen das gleich Oel! Bremsflüssigkeit 5W, 7,5W, 10W usw…. Neeee…Hydrauliköl passt auch. Und so ging es in allen Werkstätten zu die wir so gesehen haben, selbst bei KTM in Buriram wobei die im Shop u.a. Motorex und Motul Oel verkaufen. Für die Kundenbikes viel zu teuer, deshalb kommt die gleiche Brühe rein wie bei jedem Scooter auch.

          Mach Dir trotzdem keine Sorgen um Dein Bike! Die Herstellerangaben werden in Europa zu ernstgenommen. Anne’s BMW hat um die 370.000Km meine 205.000Km, und oft wurde das Oel und Zündkerzen erst bei 20Tkm gewechselt und trotzdem laufen sie 1A!

          Ein etwas „Agro“ mässiger Post, aber sowas sollte auch mal erwähnt werden, dieses Wischiwaschi Hirngespenst das BMW in Europa und Amerika verbreitet ist grösstenteils nur eine Illusion.

          Rock’N Roll.

          http://www.rock-the-world.ch

  14. Michael

    Hallo Stefan!
    Danke für die schnelle Antwort. Das hilft dann schon bei der Entscheidung. Auch wenn ich erst in einigen Jahren fahren werde. Aber es ist nie zu spät! Und meine 12er wird dann wohl zu alt sein und durch eine andere ersetzt sein. Denn auch ich bin kein großer Schrauber und kann nur improvisieren und das übliche.

  15. Gerd

    Hallo
    war schön, deine Zeilen zu lesen. Ich bin selber auf einer Weltreise und fühle mich mit meinen in Kürze 62 Jahren nicht zu alt dafür. Auch deine Erkenntnis, sich ein Zeit und Finanzpuffer zu lassen, ist eine meiner Ereknntnisse. Man erlebt mehr, wenn man weniger fährt. Die großen Ereignisse ergeben sich oft aus den kleinen Begebenheiten am Straßenrand. Nicht das abhaken von 1000 Plätzen ist das Ziel. Da kann ich mir auch einen schönen Bildband kaufen. Vielmehr sind es die Begegnungen mit den Menschen.
    Aauch wenn ich jetzt meine Reise für 3 Monate unterbreche., so starte ich im Oktober zum nächsten Teil (bisher war ich in Afrika unterwegs und ab Oktober in Südamerika)

    Gruß

    Gerd

    • Stefan

      Hi Gerd,

      das ist doch perfekt! in den 3 Monaten kannst du dann deine Batterien neuaufladen. Zumindest ich bin schon ziemlich ausgelaugt und bin froh gerade ne Weile an einem Ort zu bleiben!

      Grüße aus Darwin
      Stefan

  16. Sven

    Hallo Stefan,

    das ist ein sehr schöner Bericht und ich wünsche Euch noch weiterhin viel Spass!
    2016 sind wir dran mit der Weltreise, wenn auch nur 6 Monate… Mehr geht wegen der Familie nicht:)

    Grüße Sven

  17. David

    Hallo Stefan

    Wooow dein Bericht! Hut ab, sehr eindrücklich!!
    Seit Wochen setze ich mich mit den Gedanken an einer längere Motorradreise auseinander. 6 Monate sollten es schon sein. Da dieses Abendteuer aber mein erstes sein wird, ist es schwer nachzuvollziehen wie lange Zeit vorher man so eine Reise planen sollte. Kannst du mir da ein bisschen Vernunft beibringen? den am liebsten würde ich schon morgen los;) Ich habe mal 2017 geplant. Die Idee wäre Europa-Asien-Europa.
    Zudem, würdest du mir eine solche Reise alleine abraten? leider habe ich ein zu wenig Abendteuer freudiges Umfeld;)
    Verstehe ich das richtig, bist du immer noch unterwgs oder bereits wieder zurück?
    Freue mich auf deine Nachricht und wünsche dir weiterhin alles gute.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    David

  18. Stefan

    HI David,
    sofern du die Kohle zusammen hast brauchst du eigentlich nicht sooo viel Zeit zur Planung.
    In Asien und speziell Zentralasien ist es relativ kompliziert an Visa zu kommen. Kompliziert bedeutet du bekommst eins, aber der Aufwand ist relativ hoch. Wir haben damals die Agentur Visa Wie zur Hilfe gezogen. Die berechnen ca 25€ pro Visa.

    Ansonsten sollte dein Motorrad fit sein. Je nachdem wie abenteuerlich du fahren willst brauchst du entsprechendes Fahrwerk und Tank.

    Eine schöne Runde wäre zum Beispiel richtung Mongolei zu fahren. Oder über den Iran nach Kirgistan und evtl Tajikistan. Kirgistan haben wir gemacht und es war absolut überragend,

    Alleine fahren ist so eine Sache; genügend Reisende brechen alleine auf und ich bin mittlerweile auch alleine unterwegs. Außerdem wirst du auf der Route sicherlich immer wieder auf andere Reisende treffen. Wenn du es nicht dem Zufall überlassen willst kannst du auch mal auf den gängigen Foren (Motorradkarawane, HUBB; ADVrider) schauen ob jemand zu dieser Zeit in der Region unterwegs ist und dich mit diesen Leuten abstimmen.

    Du wirst aber nie soviel lernen, wie wenn du es einfach alleine durchziehst :-)

    Ich bin noch unterwegs für 2 Monate und dann sind 2 Jahre Weltreise erst einmal vorbei. Aber wenn eines sicher ist, dann das ich wieder aufbreche :-)

    Grüße aus Brisbane
    Stefan

  19. Jan

    Vielen, vielen Dank für die Teilhabe an Deinen Abenteuern und Gedanken!
    Das ist die richtige Einstimmung für meine kleine (kurze) Deutschlandrundreise!
    Mach weiter so!
    Viele Grüße aus Dresden, Jan

  20. Timm

    Hallo Stefan,

    -wie hat es bei dir eigentlich mit den Job (kündigen / pausieren / arbeiten via Internet) funktionierrt?
    -Wie stellst du dir die „Wiedereingliederung“ vor; Job-Suche, Wohnung mieten, ausstehende Rentenbeiträge, Alltag bewältigen? Solche Dinge verunsichern mich :/

    Grüße aus Köln

  21. Dr . Helmut Brammer

    Helmut on 14. April 2017 um 18.01
    Hätte ich mir nicht mit 50 Jahren eine HD gekauft und in 15 Jahren 400.000 Km durch 60 Länder zurückgelegt – von Alaska bis zum Kaukasus, von der Salzwüste in Tunesien bei 45° bis zum Nordkap – hätte ich das Wichtigste in meinem Leben versäumt: Vorurteile über Bord zu werfen, die blöden „Was ist wenn….. Ängste “ zu überwinden und selber Entscheidungen zu treffen. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, im Rentenalter mit 65J 3 Jahre in SEA und bis heute mit 75J in China zu arbeiten. So habe ich mich lieber an meinen Motorrad-Lenker als an meinen Sessel geklammert und überall freundliche und hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Dem Bike sei Dank! Ni Hao! Helmut

    • Stefan

      Das Bike schlägt Brücken, das ist wahr :)
      Und lieber an den Lenker klammern als an den Sessel ist toll formuliert.

      Sehr inspirierend Helmut.
      Vielen Dank für deine Zeilen

      Stefan

  22. Deff

    Hi du hast das gelebt was ich nun vor mir habe. Motorrad ist bestellt (R1200GS) Route noch nicht geplant, aber ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt eine Route planen soll. Ich will die Welt sehen und sie nicht einfach nur abfahren. Leider ist mein Reisepartner wegen der „hohen“ Kosten abgesprungen. Ich werde es aber dennoch machen ;-)

    • David

      Hi Deff mir ist das selbe passiert, immer alle grosses Maul und dann doch nicht:( Weisst du ich könnte es mir auch überhaupt nicht Leisten, wenn du aber etwas wirklich willt und es fokussierst, dann erreichst du praktisch alles was du willst! Das habe ich von Stefan gelernt;) Da ich das umbedingt möchte, setze ich gleich alles daran um es durchzuziehn und ich kann es kaum erwarten!
      Am 17. Nov. geht es mit dem Frachtschiff von Antwerpen nach Montevideo! Ich habe eine Doppelkabine bei Grimaldi gebucht! Falls du interesse hast, dann lass von dir hören, ansonsten wünsche ich dir rolle Pläne;) bye bye David


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