9 todsichere Wege um deine Reise zu vermasseln

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#1: Plane alles bis ins letzte Detail

Wenn du nicht schon drei Wochen vorher weißt, was du Dienstags zum Frühstück haben wirst, dann kann deine Reise nur scheitern. Spontanität ist schließlich nur etwas für Hippies! Sich auf der Reise von Zufällen leiten zu lassen oder auch mal vom geplanten Weg abweichen? Völlig absurd!

#2 – Nutze Vergleiche um Erfahrungen zu entwerten

Vergleiche sind Diebe der Freude

Sagte Theodor Roosevelt, aber was weiß der Friedensnobelpreisgewinner schon?

Wenn du nicht vergleichst, dann weißt du auch nicht welcher der schönste Strand ist oder der höchste Wasserfall, der größte Tempel oder die älteste Kirche. Alles andere als Superlativ ist Zeitverschwendung! Warum sich damit aufhalten? Warum an einem schönen See halten, wenn er nicht der größte oder tiefste See ist?!

#3 – Reise in deiner eigenen Blase

Willst du dich auf lokale Gegebenheiten einlassen? Bist du Indiana Jones? Dein Magen ist dieses exotische Essen nicht gewohnt – lass die Finger davon! Nachher schmeckt es auch noch. Das gleiche gilt für Unterkünfte. Halte dich fern von Couchsurfing oder AirBnB. Vermeide den Austausch mit Locals am besten komplett. Hast du nicht die Nachrichten gesehen? ISIS ist überall! Und Al-Qaida! Und ein paar Kommunisten haben sich bestimmt auch noch versteckt!

Der beste Trick: Wähle stets 5-Sterne Hotels. Dort ist es fast wie zuhause. Die Kellner sehen aus wie daheim und wissen sich zu benehmen. Sie würden nie auf die Idee kommen, dich nach Hause einzuladen, für dich zu kochen und dich ihrer Familie vorzustellen. Oder reise einfach mit einem LKW und nimm alles mit was du brauchst und verschanze dich in deiner Kabine. 

#4 – Sorge für Zeitdruck

Achte darauf stets im Stress zu sein um das Feeling von daheim nicht zu verlieren. Am besten beginnst du mit der Planung des Zeitdrucks schon vor der Reise, indem du dir gewaltige Etappen vornimmst, die du bewältigen musst. Um die 1000km pro Tag sind ein gutes Maß. Behalte stets “#2 – Vergleiche” im Kopf, so kannst du dich daran erinnern nicht an jeder Sehenswürdigkeit zu halten, nur weil es „schön“ ist. Kein Superlativ? Dann ist es auch keiner Rede wert.

Wenn du dein Tagesziel erreicht hast, gehe sicher, dass du alles 10 Highlights des Ortes gesehen hast. Das ist ganz wichtig. Wenn du dabei auf ein paar Stunden Schlaf verzichten musst, ist das in Ordnung und passt gut zum nächsten Punkt.

#5 – Pfeiff’ auf deine Gesundheit

Drei Stunden Schlaf sollten auf Reisen genug sein. Schlafen kannst du ja schließlich wenn du Tod bist. Achte außerdem auf eine möglichst ungesund-unausgewogene Ernährung und trinke soviel Alkohol wie möglich. Was ist eine Reise ohne einen fortwährenden Kater? Richtig – eine Verschwendung! Reisende, die auf ihre Gesundheit achten, weil sie nur in einem ausgeruhten, gesunden Körper, der Reise gerecht werden sind Waschschlappen. Prost!

#6 – Habe höchste Erwartungen

Erwartungen sind so wichtig wie Zeitdruck. Bevor du irgendwo hinkommst, lies jedes Buch und jeden Blog zum Thema. Danach schaue dir jedes Bild auf Instagram an. Lasse dich auf keinen Fall überraschen. Erst wenn deine Erwartungen höher sind als der Burj Khalifa, dann ist es Zeit die Erfahrung selbst zu machen, denn dann wirst du ganz sicher enttäuscht werden. Was auch gut ist, denn sonst bleibst du womöglich noch auf diesem Reisefieber hängen.

#7 – Halte alles fest

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Statt einen Ort auf dich wirken zu lassen, fang sofort an ihn zu fotografieren und zu filmen. Starte mit Selfiestick und Smartphone, dann gehe über zur Spiegelreflexkamera und Stativ. Achte darauf selbst in jedem Bild zu sein. Jedes Bild sollte authentisch wirken und die Botschaft “enjoy the moment” vermitteln. Das ist schließlich auch genau das was du tust.

Trendig sind gerade  “Von-Hinten-Bilder” oder “Follow-Me-Bilder”. Das “Duckface” ist zwar ein Klassiker aber auf dem absteigenden Ast.

Nachdem du genügend Fotos geschossen hast (~1000 Stück als Richtwert) ist es an der Zeit weiter zu gehen. Bleibe auf keinen Fall, was gibt es auch sonst noch zu tun? Den Moment genießen? Bist du Buddha? Du hast es eilig! Außerdem wartet #8 schon.

#8 – Teile alle Erfahrungen online

Wie kann man Glück besser teilen als Online? Nimm deine Tonnen an Bilder, suche dir starkes WLAN und dann ab damit auf die sozialen Netzwerke. Deine Facebook Freunde werden kaum warten können deine 1000 Selfies zu sehen. Damit ist deine Mission nicht zu Ende.

Denk an Instagram, Twitter und Snapchat. Sobald alle Bilder hochgeladen sind warte auf Likes und Shares. Analysiere das Like-Verhalten deiner Freunde. Wenn jemand deine digitalen Errungenschaft nicht liked, stelle die Freundschaft in Frage.

#9 – Bleibe immer in Verbindung

Nachdem du deine 1000km Etappe gefahren bist, 1000 Bilder geschossen hast und 1000-fach geteilt hast verbringe den Rest des Tages vor deinem Handy um mit deinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Besonders gut eignen sich Instant Messenger. Ob Whatsapp, Viber oder Facebook Messenger ist zweitrangig. Mache das Texten am besten von Anfang an zu einer Routine und behalte sie die ganze Reise über bei.

Fazit

Ein Tipp liest sich bescheuerter als der Nächste, stimmts?! Aber ich verrate dir was: Ich bin schuldig!

Ich habe vieles davon getan. Ich bin oft viel zu lange Etappen gefahren, hatte Zeitdruck, bin vielen Orten nicht gerecht geworden, weil ich sie mit anderen verglichen habe, habe mich viel zu oft hinter der Kamera versteckt und definitiv zu viel Zeit am Handy verbracht.

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viel zu lange Etappe..

Was auf der Strecke bleibt ist die Reise, der Grund warum ich losgefahren bin, die eigentliche Sache auf die ich mich so gefreut habe.

Was wir in unserer Gesellschaft nicht lernen ist es einen Moment tatsächlich zu genießen. Momente jagen, dass ist einfacher. Es fällt uns schwer irgendwo einfach nur zu sein. Stattdessen knipsen,texten oder planen wir schon weiter. Machen wir das nicht wird es schnell langweilig, aber vielleicht geht es auch nur mir so.

Wenn du deine Reise genießen willst, dann reicht es nicht, wenn du dich nur um dein Route und Visa kümmerst. Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand wiegt ca 1,3kg und sitzt zwischen deinen Ohren. Dieser braucht Wartung und Aufmerksamkeit, denn leider neigt er dazu, sich mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen, als mit dem Hier und Jetzt.

Ich musste lernen den Moment zu genießen und nach zwei Jahren auf Reisen und 30 Jahren auf diesem Planeten muss ich mir eingestehen, dass ich noch immer Anfänger bin.

Was sind deine Tricks deine Reise tatsächlich zu genießen?

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