Zeit für Margaritas: Artikel 100!

100

Wow – Das ist unser 100. Artikel!

Mittlerweile würden unsere Artikel ein Buch füllen, ein dickes Buch. Zeit zu reflektieren und dir einen kleinen Einblick zu geben, warum wir diesen Blog überhaupt führen. 

April 2014: Man, hatten wir große Pläne!

Eigentlich wollten Fou und ich diesen Blog als Plattform nutzen um unsere Freunde und Familien auf dem Laufenden zu halten, potentielle Reisende inspirieren und nebenher ein wenig Reisekohle verdienen. Wir wollten Artikel schreiben und einen Film über unsere Reise drehen, den wir dann von unterwegs produzieren und verkaufen wollten. Schon nach sechs Monaten, so der Plan, sollte der Blog wenigstens unsere Benzinkosten decken.

Das Ergebnis: Unsere Freunde und Familie hatten ein besseren Einblick in unsere Leben, als wenn wir daheim gewesen wären,  vielleicht konnten wir ein bisschen Inspiration verbreiten, aber für die finanziellen Ziele gibt es nur ein Urteil – Was für ein Fehlschlag!

Geld verdienen mit dem Blog – Darum hat es nicht funktioniert

Mini-mini Nische

Für mich gibt es nichts geileres als mich auf das Motorrad zu setzen und irgendwohin zu fahren, wo ich noch nicht war. Wenn du diesen Blog liest, dann geht es dir vielleicht ähnlich. Und ich dachte es gibt sicherlich mehr Leute wie uns da draußen. Fakt ist: Wir sind verdammt wenige!

Das Wort “Weltreise” wird bei Google 12.100 Mal pro Monat gesucht. „Motorrad Weltreise“ hingegen nur 210 Mal. Selbst “Weltreise Kreuzfahrt” wird 1.300 Mal gesucht.

Motorradfernreisen scheinen auszusterben.

Das Motorradfernreisen eine Nische sind, dass war mir schon klar, aber dass sie so winzig ist, hätte ich nicht erwartet. Bei anderen Überlandreiseformen sieht das übrigens ähnlich aus. Es scheint, die Menschen mit Reisefieber ziehen ein Flugzeug dem Staubfressen auf der Straße vor.

Dabei ist Reisen mit Motorrad doch soo geil!

Dabei ist Reisen mit Motorrad doch sooo geil!

Schreiben

Blogartikel schreiben ist harte Arbeit. Unterwegs ist es umso schwieriger, denn meistens fehlt eine der vier essentiellen Zutaten: Stuhl, Tisch, Ruhe oder Internet.

Nun erzählt jeder, der etwas vom Bloggen versteht, dass es wichtig ist regelmäßig neue Inhalte zu erstellen. Das konnten wir nicht einhalten.

Bloggen trotz Moskitos

Filmen

Spiegelreflexkamera, zwei GoPros und eine Drohne hatten wir im Gepäck. Das erste, was wir bei unseren Couchsurfing Gastgebern getan haben war, alle Steckdosen zu belegen.

Trotz der vielen Technik hat das Filmen am wenigsten funktioniert.

Reisen an sich ist schon anstrengend, das Filmen zusätzlich extrem aufwendig. Absteigen, Kamera aufbauen, verschiedene Einstellungen filmen, das alles bei gerne mal 40 Grad und dann müssen auch noch beide Reiseteilnehmer Lust darauf haben. 

Fazit zum Geld verdienen

Howfarcanwego.de ist und war extrem unprofitabel. Wenn du auf Reisen Geld verdienen möchtest, dann solltest du andere Wege gehen.

Abgesehen von diesen vielen Unwegbarkeiten ist das Spannungsfeld zwischen Dokumentieren und dem Reisen an sich sehr problematisch.

Wenn du dich hinter der Kamera versteckst, dann erlebst du Dinge nicht so intensiv. Eine Kamera ändert die Dynamik von Begegnungen. Und jede Sekunde, die du in den sozialen Medien verbringst, geht von deiner Reisezeit ab. 

Das führte dazu, dass ich Ich mich oft gefragt habe, ob ich diese Reise eigentlich für mich mache, oder für die Leute daheim. Bei vielen Reisenden sehe ich das ähnlich. Da wirkt die Reise wie eine einzige Marketingaktion.  

Hätte ich mir die Film-Ausrüstung gespart, hätte ich locker drei Monate länger reisen können. Außerdem hätte ich weniger Zeit hinter der Kamera verbracht und mehr auf der eigentlichen Reise.

Ich denke es ist dennoch machbar von unterwegs Geld zu verdienen. Allerdings weniger mit einem Motorradblog, sondern mehr wie es die Freunde von Intothefar.de machen, die Web Design von unterwegs anbieten. Allerdings müssen die Strukturen geschaffen sein und Kunden vorhanden. Wer von unterwegs eine Firma aufbauen will ist zum Scheitern verurteilt.

Es gibt natürlich einige Motorradreisende, die ihre Reisen vergolden, wie Erik Peters oder Joe Pichler. Allerdings ist der Charakter der Reise ein anderer: Sie reisen kürzer und produzieren Filme oder Vorträge von Zuhause aus. 

Der Blog: Heute

Als ich alleine unterwegs war hatte ich überlegt das ganze Projekt einzustampfen. Es fraß Zeit und ohne Fou und seine Motivationskünste fiel es mir schwer mich aufzuraffen.

Außerdem nervte es mich Reiseberichte zu schreiben, die nachdem sie auf Facebook geteilt worden sind, niemand mehr interessierten. Denn es lief meistens so:

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3 Tage nachdem sie veröffentlicht wurden, waren sie schon Geschichte. R.I.P. Kuala Lumpur Erlebnis. 

Anstatt den Blog zu schließen, änderte ich 2 Dinge:

1 –  Nützliche Inhalte

Ich schreibe nun vermehrt über Dinge, die nicht sofort an Aktualität verlieren, sondern Lesern auch noch in einem Jahr weiterhelfen können. So wie zum Beispiel mein Artikel über die Yamaha Tenere. Falls sich irgendwann irgendjemand eine Tenere kaufen möchte, kann er sich dort über die Vor- und Nachteile dieses Motorrades informieren. Somit landen meine Artikel nicht mehr sofort in der Tonne.

2 – Persönlichere Artikel

Das Reisen ist einer der besten Lehrer. Also nahm ich mir mehr Zeit ihm zuzuhören. Ich wurde sein Student und anstatt mich hinter meiner Kamera zu verstecken, achtete ich mehr auf das was um mich herum passierte.

Schreiben hilft mir aus meinen Erfahrungen Sinn zu machen. Wenn ich nicht darüber schreibe, dann denke ich auch nicht darüber nach. Und wenn ich den Artikel nicht veröffentlichen würde, dann würde ich ihn auch nicht schreiben. 

Wenn ich also über das Heimkommen, oder das Alleine Reisen schreibe, oder über die Absurdität ein Buch zu schreiben, dann hat es den Grund, dass ich mit diesen Artikeln lerne. Oft muss ich mich überwinden auf den „Veröffentlichen“ Knopf zu drücken, aber das gehört einfach dazu.

Was mich dabei wirklich überrascht hat ist, dass ich bei solchen Artikeln oft Kommentare oder Emails bekomme mit dem Wortlaut: “Mir geht es genau so!”

Ich glaube viele Menschen versuchen irgendwie den Hinweis-Brotkrumen zu folgen, die das Leben austeilt und daraus Sinn zu machen. 

Wie aus dem Blog ein Buch wird

Aus diesen Artikeln heraus ist der Wunsch entstanden ein Buch zu schreiben. Ich hatte niemals vor ein Buch zu schreiben. Aber seit ein paar Monaten juckt es mich einfach zu sehr. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich es schreiben muss; Es will raus in die Welt.

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Ich bin losgezogen, weil ich keine gute Antwort auf die Frage hatte: „Wie führt man ein gutes Leben?”

Die Antworten, die mir die meisten Menschen vorlebten machten mir sogar Angst. Und auch die gesellschaftliche Antwort: Ackern bis 65, 67, oder 71, um dann möglichst schnell abzuleben, um die Rentenkassen zu schonen, klingt mir nicht besonders erstrebenswert.

Ich glaube ich bin einer guten Antwort ein wenig näher gekommen und darüber wird es in diesem Buch gehen. Und natürlich um die Reise und das Motorradfahren. Wenn ich dieses Buch nicht schreiben würde, dann würden meine Gedanken einfach verwehen. Erst durch den Prozess des Schreibens werden sie manifestiert. 

Ob das Buch jemals das Licht der Welt erblicken wird, hängt allerdings von dem Erfolg meiner Crowdfunding Kampagne ab (Start: nächster Montag – 14.11). Wenn du Interesse an dem Buch hast, kannst du es dir dort schon sichern bevor es auf den Markt kommt. Ganz nebenbei machst du das Buch so erst möglich. Und mich super happy. 

Fazit nach 100 Artikel?

Das Reisebloggen ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite eignet es sich super, um das Erlebte zu verarbeiten, auf der anderen verliert man sich schnell auf der Suche nach Leserschaft. Ich denke, wer einfach nur Freunde und Familie zu hause unterhalten will, der kann das auch mit einer Facebook Fanpage sehr gut machen. Wer seine Reise verarbeiten möchte, für den ist das Bloggen eine super Sache. Ich habe mich zuvor nie mit dem Schreiben auseinander gesetzt, aber es hat mein Leben definitiv enorm bereichert.

Und für diejenigen, die an einer riesen Reichweite interessiert sind: Investiert die Energie in etwas anderes. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Bevor du gehst:

Vielen Dank, dass du diesen Artikel gelesen hast. Und vielleicht auch andere Artikel. Und danke für jeden der Kommentare, sei es hier oder auf Facebook. Wir haben so viele ermutigende Nachrichten bekommen, während der Reise, sowie auch jetzt. Aus vielen Lesern sind gar Freunde geworden und ich habe gelernt, dass ich mit meinen Fragen nicht alleine bin. Ohne dich wäre das hier ein verstaubter liebloser Ort irgendwo im Internet. Aber es ist Leben hier und das ist schön.

Ich hoffe wir schreiben noch einmal 100 Artikel zusammen.

Immer am Ball bleiben mit unseren Neuigkeiten:

 

 




  1. Alexandra

    Hallo Stefan,

    vielen Dank an Dich/Euch, dass ihr eure Erlebnisse und Gedanken dazu auf dieser Plattform mit uns teilt. Bin eher zufällig auf eurer Internetseite gelandet und habe nun schon einige Stunden vollkommen versunken und voller Neugier deine interessanten Berichte gelesen. Du hast einen schönen Schreibstil und man spürt deine Leidenschaft für deine Themen. Es gibt sehr viel informatives und für jeden, der ähnliches vor hat, sehr hilfreiche Tipps , um sich den ein oder anderen Flopp zu ersparen. Behalte dir deine Begeisterung und schreibe., teile und lebe deine Träume.
    Ich freue mich schon auf das Buch ?.
    Weiter so ?

    • Stefan

      Hi Alexandra,

      vielen Dank für deinen freundlich, ermutigenden Kommentar!
      Es macht viel mehr Freude, wenn man nachdem Schreiben Feedback bekommt. Das ist auch das schöne am Bloggen. Da schreibt man etwas und kann es danach veröffentlichen und schaut was passiert. Ein Buch schreiben ist zwar ähnlich, nur ist er Schreibprozess statt 3 Tagen 6 Monate lang :)

      Dank dir nochmal :)

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Ina

    Hallo Stefan,

    toller Artikel, schön geschrieben. Und du sprichst mir aus der Seele. Auch ich habe das Schreiben für mich entdeckt, aber auch gemerkt, dass das während dem Reisen (wir sind jetzt bald 6 Monate unterwegs), mehr der Verarbeitung dient. Manchmal kommen dann auch Zweifel auf. Umso schöner, dass ich hier lesen kann, dass es anderen auch so geht (auch betreffend online Geldverdienen etc.). Mach weiter so und viel Erfolg für dein Buch. Freue mich auch auf das Buch.-)
    Alles Liebe, aktuell aus Rhodos.

    • Stefan

      Hi Ina,

      danke für deinen Kommentar.
      Ich glaube Gedanken ziehen sich an. Als ich anfing offener zu schreiben war ich (und bin es immernoch) verblüfft, dass viele andere Menschen ähnlich geht.

      Vielleicht haben wir einfach vergessen, dass wir mehr teilen als uns unterscheidet.

      Viele Grüße nach Rhodos
      Stefan

  3. Stefan

    Hallo Stefan,

    zu deinem Jubiläum mit dem 100ten Artikel wollte ich dir auch einmal schreiben. Ich heiße auch Stefan, 21 Jahre alt und deinen Blog finde ich einfach super, die Artikel sind mitreisend geschrieben, die Fotos und das Layout suchen ihres gleichen.

    Auf deinen Blog bin ich leider erst vor ca. 6 Monaten gestoßen, habe aber glaube ich alle Artikel die damals online waren innerhalb einer Woche nachgelesen. Ich finde super was du da machst und wie du dich ins Abenteuer gestürzt hast, du hast mich und sicher viele andere Menschen damit inspiriert.
    Für nächsten Sommer habe ich mir auch schon eine größere Europa Tour mit meiner Africa Twin vorgenommen inklusive Motorrad-Camping.

    Ich hoffe du machst noch lange mit deinem super Block weiter und ich freue mich schon auf deinen nächsten Artikel.

    PS.: Falls ich in ein paar Jahren doch einmal den Mut aufbringe und meinen Traum verwirkliche mit meinem Motorrad von Österreich bis nach Neuseeland zu fahren, melde ich mich sicher vorher nochmal bei dir ;)

    Alles Gute aus Österreich!!

    • Stefan

      Hi Stefan,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Das macht richtig Freude zu lesen! Vielen Dank dafür!

      Aber ich hoffe, doch dass du dich dann melden wirst :-) Eine fantastische Reise ist das!
      Viele Grüße
      Stefan


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