Auf nach Asien!

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Europa verlassen war unsere Devise. Wir haben uns auf eher öde 2000km eingestellt. Weit gefehlt – Russland ist immer für Überraschungen gut!
Moskau wollte uns nicht gehen lassen und versuchte uns mit einem Stau, der einer Hauptstadt würdig ist, aufzuhalten. Es gelang ihr nicht und am Ende erreichten wir doch unser erstes Tagesziel.
Susdal wurde uns von mehreren Leuten ans Herz gelegt – es war den Weg wert! Susdal ist eine der ältesten Städte Russlands und glänzt mit verschiedenen Prunkbauten und Kirchen aus längst vergangenen Zeiten.
Wir suchten einen Platz zum Campen und fanden uns letztendlich auf dem Hügel vor einer der Kirchen wieder. Mit fantastischer Aussicht und einem Restaurant im Rücken konnten wir gemütlich ausspannen und die Anstrengungen auskurieren. Sofern es die Moskitos und Sandfliegen zuliessen
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Durch die Pampa

Die nächste Etappe führte uns abseits der M5 und M7 Autobahn Monotonie nach Nizhny Novgorod. Die Straße war ein Traum bis auf ca 20km. Da haben wir den russischen Straßenbau kennengelernt. Wird eine Straße gebaut, so wird der Abschnitt nicht gesperrt oder umgeleitet. Man fährt einfach weiter auf dem Untergrund – egal wie er gerade beschaffen ist! So fuhren wir auf losem, tiefen Kies. Mein Unterfahrschutz ist mir seitdem heilig!
Nizhny Novgorod ist eine typische Stadt für diesen Abschnitt unserer Reise. Hübsche Altstadt, meist am Wasser und riesig. Hast du schon von Nizhny Novgorod, Chelyabinsk, oder Kazan gehört? Wir auch nicht! Alle haben weit über eine Millionen Einwohner und bilden den Rückhalt der russischen Wirtschaft. Es gibt einiges zu entdecken und 30 Tage Visum reichen nicht einmal im Ansatz um dem gerecht zu werden.
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Stuttgarter in Kazan!

Auf dem Weg nach Kazan machten wir eine interessante Entdeckung: Nachdem wir an 2 Wohnmobilen mit deutschen Kennzeichen vorbeifuhren, mussten wir das dritte (mit Stuttgarter Kennzeichen!) herausziehen. So haben wir Christine und Wolf kennengelernt. Die beiden nehmen an einer Seidenstraßen Expedition teil und haben uns für den Abend auf Ihren Campingplatz eingeladen. Ein Angebot das wir nicht ausschlagen konnten. Den Zufall Stuttgarter im russischen Niemandsland zu treffen war einfach zu groß.
Wir hatten mit der Gruppe eine bemerkenswerte Zeit und durften noch bemerkenswertere Menschen kennenlernen. Ihnen war gemein, dass sie alle in Ihrem Leben viel und hart gearbeitet haben und sich nun diesen Traum erfüllen. Ich kenne einige Menschen, die ebenfalls viel und hart arbeiten und sich solch eine Tour leicht finanzieren könnten. Kaum einer wagt aber tatsächlich den Absprung und lebt, wofür er oder sie lange geschufftet hat.
Auf dem Campingplatz haben wir auch beeindruckenden Reiseberichten gelauscht. Einer der Teilnehmer hat nach einem schweren Unfall und langem Krankenhausaufenthalt erst einmal die Welt umsegelt, nur um sie danach noch auf viele andere Arten zu bereisen. Sei es per Wohnmobil, Containerschiff oder Eisenbahn. Außerdem wurden wir herzlichst umsorgt. Der Pudding zum Zelt aufbauen, oder der Kaffee zum Frühstück, waren unbezahlbar und bleiben in Erinnerung.
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Auf unserem Weg Richtung kasachischer Grenze ging es weiter auf kleinen und bemerkenswert gut ausgebauten Nebenstraßen durch das rohstoffreiche Tartastan. Wir konnten wie im Flug, bei traumhaften Bedingungen, weit über 500km bewältigen und verbrachten die Nacht in einem Ski Resort, dass wir auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz fanden. Den Off-Season Preis und den Komfort nahmen wir gerne mit.

Asteroidenschauer zum Abschluss

Die folgenden zwei Nächte in Chelyabinsk und Kurgan wurden wir wieder von Couchsurfing Gastgebern beherbergt. In Chelyabinsk, übrigens bekannt durch den Meteoriten Vorfall  aus dem letzten Jahr, trafen wir Nikolay und seine Freunde und hatten eine mächtige Feier. In Kurgan vor der kasachischen Grenzen hat uns Lisa sogar eine Wohnung gestellt und eine leckere Pizza zubereitet. Das Glück ist auf Seiten der Reisenden!
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Wir sind sehr gespannt wie es weiter geht. Wir wurden enorm vor der kasaschischen Grenze, den Polizisten, den Kasachen selbst und eigentlich von allem gewarnt. Das kommt uns bekannt vor, denn vor Russland war es nicht anders. In Russland hatten wir allerdings eine wunderbare Zeit und werden die positiven Erfahrungen gerne teilen. Russland ist mehr als nur eine Reise wert, denn es gibt soviel zu entdecken!
Wenn du deine Vorurteile herausfordern willst, dann reise nach Russland – du wirst überrascht sein!