Motorradausrüstung

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Welche Motorradausrüstung brauche ich für eine Reise?

Die wenigsten Motorräder kommen fernreise-fertig daher, meistens braucht es ein wenig oder gar sehr viel zusätzliche Motorradausrüstung um lange Distanzen meistern zu können. Hier findest du einen Überblick über die Stellschrauben, die du beachten solltest. Selbstverständlich ist das bei jedem Motorrad anders. Meine Yamaha Tenere brauchte beispielsweise relativ wenig Handgriffe, um sie für die große Reise vorzubereiten, andere, besonders leichte Reiseenduros brauchen da schon mehr Aufmerksamkeit.

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Ergonomie

Frau K. war der langweiligste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe.

Sie saß in der Personalabteilung in dem Unternehmen, in dem ich meine Bachelorarbeit schrieb. Beim Gespräch erzählte sie mir, dass sie ihre Abschlussarbeit über Arbeitsplatzergonomie geschrieben hat. Mehr weiß ich nicht mehr, denn ich bin eingeschlafen. Arbeitsplatzergonomie ist so sexy wie ein stinkender Socken mit Löchern.

Nach drei Monaten lag ich mit Rückenschmerzen vom vielen Sitzen beim Physiotherapeuten. Frau K. war langweilig aber hatte Recht. Ergonomie ist wichtig.

Der Sinn der Geschichte?

Die Ergonomie auf deinem Motorrad ist absolut entscheidend und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden!

Folgendes solltest du überprüfen:

  • Kommst du mit den Füßen gut auf  den Boden?
  • Setze dich auf das Motorrad und greife an den Lenker. Sind deine Gelenke gesteckt oder gebeugt? Gebeugte Gelenke sind ein Indikator, dass nachgebessert werden muss. Abhilfe kann zum Beispiel eine Lenkererhöhung schaffen.
  • Wenn du die Beine auf den Fußrasten hast – sind deine Knie in einem 90° Winkel? Auch hier kannst du mit anderen Fußrasten / Befestigungspunkten nachhelfen.
  • Kannst du leicht von einer Sitzposition in eine stehende Position wechseln?
fährt sich gut im Stehen

fährt sich gut im Stehen

Bonustipp:

Um lange Etappen angenehmer zu gestalten haben Fou und ich oft Kniebeugen während der Fahrt gemacht. Hält fit & macht wach.

Schutzausrüstung

Es gibt unglaublich viel Motorradausrüstung zum Thema Motorradschutz. Einiges davon ist wichtig, vieles ist einfach nur unnötig.

Das brauchst du:

  • Handschalen – Schützen vor allem Brems- und Kupplungshebel bei Stürzen
  • Motorschutz – Mein Motorschutz von Hepco & Becker schien mir zu Beginn überdimensioniert. Dann traf ich Angél. Sein Motorschutz war kleiner und sein Kupplungsgehäuse hatte ein dickes Loch
  • Sturzbügel – Schützen so ziemlich alles was unter ihnen liegt

Gepäck

Koffer oder Packtaschen – das ist die große Frage, die du zu Beginn für dich beantworten musst:

5 Vorteile von Motorradkoffern:

+ Sicher: Motorradkoffer sind abschließbar und bieten Schutz vor Langfingern

+ Dicht: Staub und Wasser bleiben zuverlässig draußen

+ Stabil: Gemeinsam mit den Kofferträgern bilden die Koffer eine Einheit mit dem Motorrad. Kein Pendeln, kein Wackeln

+ Schutz: Auch wenn dein Motorrad umfällt, dein Gepäck ist sicher geschützt im Inneren der Koffer

+ Look: Koffer sehen einfach geil aus!

>>> Motorradkoffer – die ultimative Übersicht

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5 Vorteile von Packtaschen

+ Günstig: Packtaschen sind viel billiger als Koffer:

+ Leicht: und viel leichter

+ Gut zu den Knochen: Beim Sturz landen Beine gerne unter dem Gepäck. Angenehmer mit Packtaschen

+ Übertragbar: Für Leute die sich nicht auf ein Motorrad festlegen können

+ Dicht: Auch gute Packtaschen bieten Wasser und Staub keine Chance

>>> Motorrad Packtaschen: Vorteile, Nachteile & Marktübersicht

Für welche Motorradausrüstung du dich im Bezug auf das Gepäck entscheidest ist eine sehr persönliche Entscheidung. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Motorradpacktaschen eignen sich besonders für Fahrer, die gerne den Asphalt verlassen und im Dreck spielen. Für alle Anderen überwiegt meist der Komfort der Koffer.

Gepäckrolle

Egal ob du dich für Koffer oder Packtaschen entscheidest – eine Gepäckrolle ist bei der Motorradausrüstung Standard. Sie sind leicht, günstig und halten die Elemente draußen und den Inhalt trocken. Auf der Soziusbank finden sie ein guten und schwerpunktmäßig idealen Ort.

>>> Schau dir mal diese Gepäckrolle an

Tankrucksack

Vibrationsarmer Stauraum ist besonders für Einzylinderfahrer sehr rar. Aber nicht nur deswegen ist ein Tankrucksack elementare Motorradausrüstung: Er ist schnell ab- und mitgenommen. Somit landen in meinem Tankrucksack Dinge an die ich schnell ran muss (Wasser, Snickers), die wichtig sind (Pass, Geldbeutel, Handy) oder empfindlich (Kamera, Objektive).

Sturzbügeltaschen

mit Surzbügeltaschen

mit Surzbügeltaschen

Sturzbügeltaschen waren ein großer Gamechanger in meiner Reisekarriere. Ich habe unterwegs Tachen gefunden und diese einfach zweckentfremdet. Andere nutzen Rucksäcke. Es gibt aber auch Lösungen von namenhaften Herstellern. Ich denke aber nicht, dass du hier ein Vermögen ausgeben musst. Sturzbügeltaschen liegen weit vorne am Motorrad und weit unten und sind daher für Schwerpunkt und Balance der Motorrads ideal.

Elektronik

Beim Thema Elekronik würde ich dem alten Spruch „weniger ist mehr“ folgen.

  • Steckdose(n): mittlerweile ist nahezu jedes Gerät über USB zu laden. Das mache ich gemütlich während der Fahrt
  • Heizgriffe: Habe ich früher belächelt bis ich mich dann in den Pausen während einer Schneeregenfahrt an den Lenkern der BMWs gewärmt habe
  • Hupe: Wenn es für mich das nächste mal Richtung Asien geht, werde ich mir eine 500Db Hupe besorgen!

Zusätzliche Motorradausrüstung

  • größerer Tank: Wenn dein Tank weniger als 350km Reichweite hergibt solltest du dir etwas überlegen. Entweder Kanister mitnehmen oder (falls vorhanden) in einen größeren Tank investieren. Ich persönlich würde es mit 2, 3 kleineren Kanistern (3l) versuchen. Meistens brauchst du die Reichweite sowieso nicht.
  • Hauptständer: Spätestens bei einem Plattfuß eine feine Sache
  • Seitenständerverbreiterung: Macht das Bike abstellen so viel einfacher

Reifen

Ich würde mich immer wieder für die Heidenau K60 Scout entscheiden. Zumindest hinten. Bei den K60 ist ab einer Reifenbreit von 140 ein Steg in der Mitte. Mein Eindruck ist, dass dieser sich sehr gut auf die (sowieso schon gute) Haltbarkeit auswirkt. And der Tenere ist eigentlich ein 130er vorgesehen – der 140 passt aber auch sehr gut rein.

Vorne habe ich mit grobstolligeren Reifen experimentiert. Die sind zwar nicht annähernd so lange haltbar aber machen offroad noch mehr Spass. Am besten gefallen hat mir hier der Pirelli MT 60, den ich auf der Gibb River Road gefahren bin.

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