Endlich Urlaub!

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Nach 22.000 gefahrenen Kilometern haben wir uns eines gewünscht – URLAUB! Goa, der kleine sonnige Bundesstaat im Süden Indiens kommt da gerade recht!  

“Goa? Eben seid ihr doch noch im Himalaya gewesen!” mag der aufmerksame Leser anmerken. Ja, Fou und ich hatten uns schon vor einer ganzen Weile für Ferien entschieden. Unsere Reise wird zwar gerne als sehr langer Urlaub bezeichnet, ist aber teilweise ziemlich harte Arbeit (z.B. hier, hier oder besonders hier). Gemäß unseren Amritsar Erfahrungen haben wir uns entschieden unsere Bikes stehen zu lassen und die knapp 2.000km konventionell mit Bus und Flugzeug zurückzulegen.

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Auf den Spuren des Harald Juhnkes

Ganz besonders freue ich mich auf Besuch aus der Heimat! Insgesamt haben sich gleich 4 Freunde eingefunden. Das ist etwas ganz besonderes: Goa ist zwar schön und gilt allgemein als Party- und Hippie-Mekka, allerdings gibt es auch viele andere schöne Orte auf der Welt um seinen Jahresurlaub zu verbringen, die einen  weniger Steine in den Weg werfen; neben den knapp 24h Anreise braucht man ein teures Visum für Indien und die ein oder andere Impfung. Malle macht es einem einfacher.

Nachdem sich alle Reisegruppen in verschiedenen Ecken Goas eingefunden haben (dank meiner wertfreien Planungsarbeit) führen wir uns in Agonda zusammen. Warum Agonda? Weil Anka und Steffen sich den feuchten Traum aller Strandhütten genehmigt haben. Da will man nicht weg und das können alle verstehen. Wir suchen uns ähnliche, für Überlandreisende erschwingliche Hütten und genießen von nun an das süße Leben!

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HIer will keiner weg

Goa war übrigens im Gegensatz zum restlichen Indien eine portugiesische Kolonie und das sogar knapp 15 Jahre länger. Bis 1961 haben sich die Portugiesen an ihr Stückchen Indien geklammert bis sie eines Tage kurz vor Weihnachten von einer indischen Übermacht überrannt worden sind. Das portugiesische Erbe ist dennoch überall sichtbar: Mehr Fußball, weniger Cricket, überall stehen Kirchen und Kreuze und die Namen lauten nicht Bhantnagar oder Kapoor sondern, Ferreira und Carvalho Jr.

Was haben wir die Tage getrieben? Vor allem entspannt: zwischen Heim und Auswärtsspiel (Bei Anka & Steffen am Strand oder bei uns),haben wir Bananen Lassis getrunken, Bücher verschlungen, den Kühen am Strand beim Spielen zugesehen & selbst geplanscht bis die Finger runzlig wurden. Abends verköstigt und geschlemmt und endlich mal wieder westliches Essen genossen, Karten gespielt und uns an Desserts vergangen.  Harald Juhnke wäre stolz auf uns: wir hatten oft einen sitzen und keine Termine

 

Hallo Flipper!

Was fehlt zum Paradies? Richtig, Delfine in der Bucht! An den Stränden Agondas tummeln sich Delfine, und sind alles andere als scheu und so haben wir sie auf einem Fischerboot besucht.

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In Goa hat die Saison erst begonnen und im sowieso ruhiger gelegenen Agonda haben wir das auch gemerkt. Außer uns und ein paar Yogaschülerinnen gab es nur Taxifahrer und ein paar Shopbetreiber, die früh dran waren. Ansonsten wurde viel geklopft und gehämmert – die Resorts werden zum Ende jeder Saison abgebaut, nur um sie zu Beginn der nächsten Saison wieder aufzubauen. Das liegt am Monsun, der in Goa stark wütet und die Resorts sonst wohl ins Meer spülen würde wie es die indische Armee mit den Portugiesen gemacht hat.

Als Anka und Steffen sich auf den Weg in die Heimat machen entscheiden wir uns nach dem ruhigen Agonda noch einen Abstecher ins wilde Anjuna zu machen.

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Anjuna – zurück in Indien

Anjuna ist wieder viel mehr Indien, das mag auch an den vielen indischen Touristen liegen. Autohupen und Dreck lassen uns Agonda vermissen. Die Happy Hour in einer der vielen Bars hilft uns das zu ertragen.

Nach 2 Wochen ist unsere Goa-Urlaubs-Zeit schließlich vorbei und die nächste Herausforderung steht an: Wir müssen mit den Motorrädern in den nächsten 4 Wochen Indien von Ost nach West durchqueren. Über 3.000km gesäumt mit verrückten Busfahrern, wildgewordenen Kühen und jeder Menge Dreck und Krach.

Vielen Dank an Jasse, Anka, Steffen und Tobi! Man kann immer nach Goa kommen, aber wenn man solange gefahren ist und dann auf gute Freunde trifft, dann würde den Mastercard Werbefuzzis nur eines einfallen: Unbezahlbar!