5 Highlights in Myanmar und warum eine Gruppenreise gar nicht so spießig sein muss

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Wir wollen raus aus Indien nach Myanmar, das bedeutet: 60 Stunden im Zug, und eine Gruppenreise für 1000 Dollar buchen (pro Nase!), immerhin knapp 800€! Ist es das wert gewesen?
Faktencheck: Myanmar wurde lange von einer Militärdiktatur regiert, die dem Tourismus sehr skeptisch gegenüber stand. In den 90er Jahren wurden die Regeln langsam gelockert, doch lange war es Überlandreisenden nicht erlaubt Myanmar zu besuchen. Erst seit 2012 ist das möglich; allerdings nur unter strengen Auflagen. Reisende mit eigenem Fahrzeug brauchen einen offiziellen Guide, der sie während der kompletten Reise begleitet. Die Route muss im Vorhinein abgesteckt und von den Verantwortlichen abgesegnet werden.

Vorspiel für Myanmar: 1000km durch Nord-Ost Indien

Zu erst müssen wir noch knapp 1000km in Indien überleben. Wie wurden wir nicht vor dem Osten gewarnt: Gefährlich, Aufständische, Militante, Wilde und Hunde essen sie auch. Hunde werden zwar tatsächlich in einem kleinen Gebiet  gegessen (am liebsten schwarze, nicht die von den Bahnhöfen, die sind zu fettig). Den Nord-Osten können wir aber wider jeder Erwartung genießen: Der Verkehr ist beinahe zivilisiert und die Straßen für indische Verhältnisse gut ausgebaut.
Besonders in Erinnerung bleiben wird der Kaziranga Nationalpark. Dort kann man auf Elefanten zu Nashörnern reiten. Eine riesige Population lebt in der „freien“ Wildbahn und daher ist es beinahe zu 100% sicher Rhinos zu sehen.
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Kurz vor der Grenze treffen wir schließlich nach und nach auf die Teilnehmer der Gruppe. Es ist eine deutsch – spanische Gruppe mit schweizer Einlage; 13 Personen mit 7 Fahrzeugen. Von den Fortbewgungsmitteln ist alles dabei – von einer Royal Enfield bis zu einem Unimog. Welches ist dein Favorit?
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5 Highlights in Myanmar

1 – Untouched Myanmar

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Myanmar wird ja gerne als Geheimtipp verschrien, als Thailand vor 30 Jahren. Das ist bedingt richtig: an den Hotspots tummeln sich die Bleichgesichter wie im Kaufhaus vor Weihnachten, auf den ländlichen Gebieten hatten die Menschen aber kaum Kontakt zu Ausländern. Die Häuser sind aus Holz und stehen auf Stelzen, keine Shopping Malls, kein McDonalds, keine Soja Latte, dafür traditionelle Kleidung und freundliche Gesichter.
Wenn wir in unseren Kampfanzügen auf den Motorräder heranrauschten oder das Glaarkshouse in ein Dorf einlief sorgte das für einige Verwunderung.
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2 – Bagan

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Bagan ist nicht nur ein Highlight für Myanmar, sondern für unsere gesamte Reise! Vor knapp 1000 Jahren war Bagan eine Metropole des Mittelalters und 15 mal so groß wie die City of London. Der Reichtum des damaligen Königreichs wurde, wie im Mittelalter üblich, aufgrund von Frohndiensten und Sklavenarbeit „erwirtschaftet“. In einer längeren Epoche des Friedens baute man Pagoden anstatt Kriege zu führen und so wurden in Bagan knapp 6000 Pagoden in 250 Jahren erstellt. Als sich das Königreich immer weiter ausdehnte erging es Bagan wie vielen anderen Königreichen zuvor und auch danach: es zerfiel in seine Bestandteile. Invasoren waren aber gnädig genug immerhin 2000 der Pagoden stehen zulassen.
Den Sonnenuntergang in Bagan wirst Du nicht vergessen!
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3 – Motorradfahren

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Ich hätte nie gedacht, dass wir in Myanmar Spass haben könnten am Motorradfahren. Weit gefehlt! Wir haben die szenische Straßenführung, besonders in den Grenzgebieten zu Indien und Thailand extrem genoßen! Wie in einer Achterbahn ging es rauf und runter, durch Täler und über Berge. Wir mussten nicht einmal mehr um unser Leben fürchten, den erstens gibt es kaum Verkehr und zweitens beherrschten die meisten Fahrer die Verkehrsregeln.
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4- Inle Lake

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Die zweitgrößte Attraktion in Myanmar und die größte Touri-Dichte der gesamten Reise! Der Inle Lake ist ein See, der bekannt ist durch seine auf Stelzen gebauten Dörfer. Venedig muss sich da schon die Hosenbeine hochkrempeln um mitzuhalten. Egal ob Hotel, Restaurant oder Post-Office alles steht auf Stelzen und alles ist im Wasser. Selbst Gemüse wird in „floating gardens“ auf dem Wasser angebaut. Allerdings wird der See so sehr von Touristen belagert, dass es schwer ist die Schönheit zu genießen: Der Lärm durch die unzähligen Boote ist nicht nur ohrenbetäubend, es nimmt dem See viel von seinem Zauber.
 
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5 – Gruppe

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Stell dir mal 13 Menschen vor, die monatelang alleine und so individuell wie möglich, nämlich mit eigenem Fahrzeug, gereist sind. Diese 13 werden in eine Gruppe zusammen gepresst und einem bemühten Tourguide und einem jungen und dynamischen Touroperator unterstellt…  Stell dir mal Alexander Supertramp mit Tourguide vor! Kann ja gar nicht gut gehen – kann doch! Wir reisen alle gerne, trinken gerne Bier und der ein oder andere eifert auch mal Bob Marley nach.
Außerdem war es bereichernd andere Reisende um sich zu haben. Wir kennen schließlich schon alle Geschichten voneinander. Wie gut wir uns verstanden haben erkennt man auch an folgenden Zahlen:
13 von 13 verbrachten die erste Nacht in „Freiheit“ gemeinsam
Mit 13 von 13 hatten wir nach der Reise Kontakt
7 von 13 gefährdeten die öffentliche Ordnung in Chiang Mai
5 von 13 feiern gemeinsam Weihnachten
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Folgende Highlights folgen auf den Plätzen 6 – 10: (6) Dieses Foto von Meko dem spanische Golden Retriever, der lieber in Thailand leben möchte, (7)Haung Pang, der immer bemühte Tourguide, (8) Dal, indische Linsen, zubereitet von Jen, leider viel zu spät gemerkt, dass wir eine Meisterköchin dabei hatten, (9) Rechtsverkehr <3 (10) James – irgendwann reise ich auch mit einem James!

War alles eitel Sonnenschein?

Naja es war nicht alles toll. Durch die aufgezwungene Gruppenreise fehlte der Myanmar Durchquerung einfach vieles was man am alleine reisen schätzt: 2 Wochen waren viel zu wenig Zeit und die Route hätten wir sicherlich auch anders gewählt. An vielen Stellen habe ich fantasiert wie schön es wäre das Zelt aufzuschlagen und gerade für die Teilnehmer mit Gefährt inklusive Schlafplätzen waren die Stellplätze vor Hotelgeneratoren, an lauten Straßen oder in der prallen Sonne nicht der romantische Traum vom unentdeckten Myanmar.

Fazit

Du kannst durch Myanmar fahren! Sicherlich wird sich die strikte Handhabung von Overlandern in den nächsten Jahren weiter entspannen. Spätestens dann wird Myanmar eines der absoluten Highlights in Asien werden. Bis dahin musst Du dich eben mit dem Mix zufrieden geben. Ein tolle Erfahrung ist es in jedem Fall und tausendmal besser als um Myanmar zu verschiffen!
Möchtest du Myanmar durchqueren? Schreib uns, wir helfen dir Kontakt zu unserem Operater herzustellen. Günstiger wirst du kaum durch Myanmar kommen!

 




  1. Panny

    Interessanter Bericht – inhaltlich und auch von der Sichtweise und vom Schreibstil! Ich beneide Euch um das Erlebnis. Wir haben 2012 sehr viel Zeit investiert, um DURCH Myanmar zu fahren, aber wir waren damit noch ein ganz klein wenig zu früh dran.

  2. Stefan

    Hi Panny, schön dich hier begrüßen zu dürfen :-)
    Bei euch muss das ja richtig knapp gewesen sein, schade drum. Aber ich denke richtig gut wird es erst, wenn man sich ohne Babysitter austoben darf!
    Stefan

  3. Felix

    Hi Stefan, meine Freundin in Ich haben uns gerade nach der Passüberwindung von Leh in Manali eingefunden und uns stellt sich die Frage ob wir unsere Endfield (in Leh erworben) mit nach Myanmar nehmen. Gibt es mittlerweile andere Berichte von Reisenden, welche sich auch mit eigenem Fahrzeug frei bewegen konnten?
    Ich habe bisher nichts gefunden.
    Außerdem stellt sich die Carnit-Frage, Ihr habt doch in eurer Gruppe einen Engländer gehabt, welcher mit einer Indischen RE weitergereist ist, kannst du da evt. was zu sagen oder herausfinden, wie er dies gehandhabt hat ?
    LG von Irina und Felix aus den Himalayaausläufern


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