Ladakh Bonus: Nubra Valley, Pangong Lake & Saach Pass

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2 Tage Pause sind genug! Nachdem wir in den engen Gassen Lehs herumgesträunt sind und den einen oder anderen Tempel erforscht haben juckt es in der Gashand. Die Straßen wollen befahren werden!

Nubra Valley – das Tal der Blumen

Auf dem Khardung La

Auf dem Khardung La

Um in das wohlklingende Tal zu kommen muss erst einmal der angeblich höchste befahrbare Pass der Welt bezwungen werden. Khardung La, 5.602m hoch (andere Messungen sprechen von 5.350m, aber auf jeden Fall ist er sehr hoch). Der Anstieg beginnt direkt hinter Leh und ist zum größten Teil asphaltiert. Nach knapp der Hälfte des Anstiegs erstreckt sich ein Tal, das grün leuchtet und vom Khardung Fluss, dem Namensgeber des Passes, gespeist wird.

Nach dem Pass sind es noch einmal knapp 100km bis sich das Nubra Valley zeigt. Das Nubra Valley hat, trotz seiner eingekeilten Lage, eine üppige Vegitation. Das liegt an der künstlichen Bewässerung, denn wie der größte Teil Ladakhs ist auch das Nubra Valley eine Bergwüste.

Motorradfahren in Ladakh wird nie langweilig; die Gegend ist  so abwechslungsreich und spätestens als wir Sanddünen erspähen ist das gewiss. Den Abend verbringen wir damit diese Sanndünnen zu erkunden. Es heißt, dass diese Gegend für kurze Zeit Teil der Seidenstraße war und es deshalb sogar Kamele hier gibt. Die Kamele hat man schließlich weiter gezüchtet um den Touristen hier im Nubra Valley ein wenig Sahara Feeling zu vermitteln.

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Spannend ist auch der nächste Tag: bis auf ein paar wenige Kilometer fahren wir an die pakistanische Grenze. Das wäre vor wenigen Tagen nicht möglich gewesen, denn der Monsun hat auch hier gewütet und die Straße für 2 Wochen unpassierbar gemacht.

Die Straße wirkt wie nach einem Asteroiden Einschlag: links und rechts liegen riesige Trümmer, die Berge haben einige Zacken aus ihren Kronen eingebüßt.
Auf der Rückfahrt nach Leh finde ich auch meinen eigentlichen Reisepartner wieder! Fous Flug hatte sich verzögert, weswegen wir uns in Leh verpasst haben. Jetzt können wir wenigstens gemeinsam zu Abend essen.

Pangong Lake

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Seen haben einfach etwas beruhigendes. Wenn sie dann noch auf über 3.000m liegen, an China grenzen und der Weg dorthin voll ist mit süßen Nagetieren ist, dann bist Du in Ladakh.

Auf dem Weg zum Pangong Lake haben wir soviele Enfields gesehen wie auf der gesamten Reise bisher. Der Pangong Lake ist deswegen so beliebt, weil ein bekannter Bollywood Streifen (die 3 Iditioten) hier gespielt hat. Wir sind übrigens auch zu dritt. Die anderen beiden und Fou blieben zum Wandern in Leh.

Diesmal überqueren wir nur den dritthöchsten Pass der Welt –  wie langweilig. Wir haben sogar beinahe vergessen ein Bild zu schießen. Die Strecke schlängelt sich an einem kleinen Fluss entlang und bringt uns vom Mond zum Mars und in ein Ausbildungslager der indischen Armee. „Never give up!“ „Succeed!“ „Train hard fight easy“ steht überlebensgroß an den Schildern des kleinen Armee Ortes. Wir können gar nicht anders als voller Euphorie den Kampf mit den restlichen Kilometern aufnehmen. Aber gegen was will man hier kämpfen. Kurz danach legen wir uns ans Ufer des kleinen Flusses und wollen nie wieder aufstehen.

Das Schauspiel ist wirklich fantastisch: das Blau des Sees wirkt so intensiv mit den braunen Bergen im Hintergrund, dass es selbst einem Schwaben schwer fällt nicht ins Schwärmen zu geraten.

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Den frühen Morgen nutzen wir um uns am Sonnenaufgang zu vergehen und nach China zu fahren. Zumindest nah an China heran, immer schön am nichtasphaltierten See entlang. Offroad Herz was willst du mehr? Dennoch markiert China den Umkehrpunkt für uns. Wir drehen um und genießen nocheinmal das Farbenspiel des Pangong. Am nächsten Morgen treffen wir die beiden Wanderer für die Rückfahrt.

Es begleiten uns wieder fantastische Bedingungen und viele Passagen des Manali – Leh Highways erscheinen so anders, so als ob man sie nie gefahren wäre. Kurz vor dem berüchtigten Rohtang ist dann Schluß für unsere Reisegruppe. Wir verabschieden uns und ich bekomme Snickers und Zip Beutel; man die kennen mich echt gut! (Snickers und Zip Beutel sind das beste, beste, beste für Überlandreisen überhaupt).

Saach Pass

Die ersten Meter zum Saach Pass

Die ersten Meter zum Saach Pass

Man kann natürlich den gleichen Weg zurückfahren. Man kann sich aber auch übernehmen, indem man es alleine mit dem 4420m hohen Saach Pass aufnimmt. Der Saach Pass verbindet Killar mit Chamba und ist somit eine interessante Route für meinen Rückweg nach Jammu.

Die Straßen in Ladakh werden hauptsächlich vom indischen Militär genutzt und werden daher zum größten Teil und soweit es das Wetter zulässt in passablen Zustand gehalten. Der Saach Pass wird ebenfalls von der Armee genutzt – nur viel seltener. Die Straße ist völlig unasphaltiert und teilweise in abenteuerlichem Zustand. Leitplanken oder ähnliches gibt es selbstverständlich auch nicht. Auf den knapp 150km habe ich vielleicht 5 andere Fahrzeuge gezählt. Das gibt dir ein mulmiges Gefühl, denn wer soll Dich hier finden, wenn du abstürzt?

Abhang

Abgesehen davon ist der Saach Pass mein persönliches Highlight. Er beginnt auf relativ geringer Höhe und die Vegetation ist üppig. Langsam lässt man Baumgrenze und Kühe hinter sich und durchquert den ein oder anderen Gletscherfluss.

Als ich dann am Ende endlich oben angekommen bin (5h für 80km) freue ich mich schon auf ein nahes Bett. Aber von wegen! Auf dem Gipfel treffe ich einen Guide der meinte bis zu meinem Tagesziel Chamba sind es noch 4-6h. Tja das nennt man wohl mangelnde Recherche. Insgesamt ist die Strecke um einiges schwieriger als der Manali-Leh Highway, aber deswegen bin ich ja hier.

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Die Rückseite des Saach Pass ist dennoch faszinierend. Ich bin auf einer Höhe mit den Wolken. Ein fantastisches Schauspiel! Umso weiter ich mich dem Tal nähere, desto mehr Vielfalt bietet die Natur!

Der Saach Pass war traumhaft und ist eine tolle Alternative für alle, die abseits des Manali-Leh Highways ihr Abenteuer suchen!