Motorrad Bücher für den Herbst

Motorrad Buch

Es ist grau, kalt, ekelhaft und an Motorradfahren ist nicht zu denken. 

Du hast die Wahl: Entweder Trübsal blasen oder das Beste daraus machen. Herbst ist Lesezeit. Schwing dich aufs Sofa, schalt den Fernseher aus und schnapp dir lieber ein gutes Motorrad Buch. Die Nachrichten wollen uns sowieso nur glauben machen, dass die Welt vor die Hunde geht. Öffne stattdessen eine Flasche Wein, gieß ruhig ein bisschen mehr ein, leg die Füße hoch und auf geht’s. 

Motorradbücher für Regenpausen

Aber welches Motorrad Buch soll es sein? Die Auswahl ist riesig, deswegen hier ein Überblick meiner persönlichen Lieblinge.

Ernesto “Che” Guevara – Motorcycle Diaries

Motorrad Buch-Motorcycle Diaries

Dieses Motorrad Buch steht ganz oben weil es das Älteste ist und irgendwie ist es auch das Bemerkenswerteste.

Ich mag am Reisen, dass es Menschen verändert. Meistens passiert das schleichend und meistens wird es erst später bewusst. Es ist wie ein Fluss, der nicht ständig Berge versetzt, aber über Jahrtausende die Landschaft formt.

Dieses Buch ist eine Dokumentation dieses Phänomens. Wie erleben den jungen Ernesto Guevara, der 1951 mit seinem Kumpel auf auf eine Motorradreise durch Südamerika aufbricht. Und wir beobachten was in seinem Kopf passiert, als er mit extremer Armut und lächerlich anmutendem Reichtum konfrontiert wird. 

Ich weiß nicht ob Ernesto Guevara durch diese Reise zu Che Guevara, dem Freiheitskämpfer wurde, aber sie hat sicherlich sein Wesen massiv beeinflusst. 

Falls du es dir zulegen möchtest, sei gewarnt – das Motorrad überlebt nicht lange, daher ist der Titel eigentlich irreführend. Es war schon 1951 antik.

Außerdem weist die Handlung, zum Ende des Buches hin, Lücken auf. Das liegt daran, dass das Buch auf den persönliches Aufzeichnungen Guevaras basiert und diese zum Ende hin eben lückenhafter sind. Es ist mehr ein Zeugnis einer Reise statt eines klassischen Motorradreiseberichtes.

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Stockholm (3)

Ted Simon – Jupiters Fahrt

Motorradbücher Jupiter

Der Opa der Motorradreisenden.

Ted Simon hat sicherlich hunderte Reisende mit seinem Motorrad Buch inspiriert und allein deswegen ist es eine dicke Leseempfehlung.

Ted bricht auf eine epische Reise auf, wie sie heute gar nicht mehr möglich ist. Er fuhr 1973 los, lange bevor Werkstätten Fernwartungen über das Internet durchführen konnten. Er war auf sich alleine gestellt, keine Email, keine Internet Foren, kein mentaler Skype-Support, wenn es mal nicht so lief.

Immer wenn ich Menschen treffe, die in einer undigitalisierten Welt gereist sind bin ich fasziniert. Der Reisende ist damals tatsächlich verschwunden und konnte sich über Monate nicht melden. Briefe wurden an entlegene Postbüros gesendet in der Hoffnung, dass sie abgeholt werden würden.

Dieses Motorrad Buch ist sehr persönlich geschrieben und du wirst merken wie sich Ted’s Art zu reisen mit jedem Kilometer ändert und er zusehends gelassener wird.

Am Ende war er vier Jahre unterwegs, in 53 Ländern und hat 100.000 Kilometer zurückgelegt.

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Claudia Metz und Klaus Schubert – Abgefahren

Motorradücher abgefahren

Was Jupiter’s Fahrt für den englischsprachigen Bereich ist, ist “Abgefahren” für den Deutschen. Ein wahrer Klassiker.

Es war 1981 und noch kalter Krieg. Klaus und Claudia wollten Freunde besuchen. In Japan. Mit dem Motorrad. Claudia konnte damals nicht einmal Motorradfahren.

Aus dem Trip nach Japan wurde schließlich eine Weltreise und aus zehn Monate wurden 16 Jahre. Als sie 1997 zurück nach Deutschland kamen war Deutschland wiedervereint und amtierender Europameister.

Ich mag die Leichtigkeit des Buches, ich mag, dass die beiden einfach losgefahren sind und ich mag wie sie mit Problemen umgehen und eben ihre Motorräder als Floßantrieb umbauen, wenn es erforderlich ist.

Leider ist das Motorrad Buch etwas kurz geraten, solche eine Reise braucht mehr Platz und so fehlt dann doch hin und wieder die Tiefe. Vielleicht hätten dieser Reise zwei Teile gut gestanden?

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Frank Panthöfer – Krad Vagabunden: Licht und Schattenseiten einer Weltreise

Motorradbücher_Krad Vagabunden

So hat es nämlich der allseits geschätzte Panny gemacht, denn mehr als drei Jahre und über 180.000km bieten zu viele Anekdoten und Geschichten für ein Buch.

Bei Panny fallen Schneeflocken auf blanke, von Verstopfung gebeutelte Hinterteile. Tja, wenn etwas so passiert ist, dann wird es auch so geschrieben. Vor zu viel „political-correctness“ musst du dich auf jeden Fall nicht fürchten. 

Das Buch geizt auch nicht mit persönlicher Meinung des Autors, ich finde das in Ordnung, denn wer keine Meinung vertritt, der ist beliebig und dass man nicht immer einer Meinung ist, ist dabei völlig logisch.

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Erik Peters – Cologne – Shanghai

Motorradbücher_cologne_Shanghei

Ich mag Erik Peters. Würde es eine Olympiade der sympathischsten Motorradreisenden geben, dann wäre er ganz vorne. 

Wahrscheinlich muss ich mich wohl bei seinem Reisepartner Alain bedanken, denn sonst wäre aus dieser Reise sicherlich ein Film geworden. Aber der gute Alain ließ einfach mal zum Ende hin den Tankrucksack mit Kameraausrüstung und Aufzeichnungen liegen. Bravo Alain (mir hätte es genau so passieren können)! So ist aus der Reise ein schönes Motorrad Buch entstanden, dass sich vor anderen nicht verstecken muss – ganz im Gegenteil, denn der Erik kann super schreiben.

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Mathias Heerwagen – Ende Gelände

Ende Gelände

Vor meiner Reise bin ich auf Mathias’ Blog gestoßen und nachdem er sein Buch veröffentlicht hatte, habe ich auch schnell zugeschlagen.

Mathias ist Journalist und hat einen schönen runden Schreibstil – das hat er vielen Motorradabenteurern voraus.

Außerdem schätze ich seine unaufgeregte Erzählweise. Oft habe ich das Gefühl, dass Reisende das erlebte künstlich dramatisieren, davon bleibst du bei Mathias verschont. 

So können wir uns viel mehr auf den Motorradreisealltag fokussieren und die wunderschöne Gegenden, die Mathias durchquert.

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Christopher Many – Hinter dem Horizont rechts: Vier Jahre mit dem Motorrad von Europa nach Australien

Motorradbücher_Chris Many

Fou und ich haben Chris und seine Freundin Laura in Kirgistan kennengelernt. Jetzt ist vor kurzem sein Motorrad Buch über diese Reise erschienen. Es ist alles andere als ein Reise-Novize. Mit seiner alten Yamaha Tenere (mit der er jetzt auch wieder unterwegs ist), ist er schon einmal bis nach Neuseeland gefahren. Mit seinem Landrover “Mathilda” hat er eine irrwitzige, achtjährige Reise um den Planeten unternommen und jetzt schreibt er über seine zweite Motorrad Reise gen Osten.

Als ich Chris damals kennengelernt habe, umgab ihn eine besondere Aura. Er hat das Reisen und das Leben einfach raus. Es mag nicht für jeden das Richtige sein ständig auf Reisen zu sein, doch die Art wie Chris und Laura die Sache angehen ist einfach anders. Einer der Schlüssel: Sie reisen langsam. Sehr langsam. So langsam, dass sie einmal von einem Wanderer überholt worden sind. Für sie ist das Reisen nicht ein Projekt mit festgesetztem Ende, sondern ein fester Bestandteil ihres Lebens. 

Inspirierender Typ, inspirierendes Buch.

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