Sneak Preview: die ersten Buchkapitel

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Seit ich zurück gekommen bin fließt meine gesamte Lebensenergie in mein kleines feines Buch Projekt. Als ich einmal die Kosten kalkuliert habe, um das Buch zu veröffentlichen setzte mein Herz ein paar Schläge aus: Es wäre unmöglich das Buch zu veröffentlichen! Mein Baby würde niemals das Licht der Welt erblicken; Es wäre ein Todgeburt, ein Rohrkrepierer.

Dann habe ich mich an die Leser dieses Blogs gewandt und eine Crowdfunding Kampagne gestartet:

Natürlich habe ich gehofft, dass sie funktioniert, aber dass sie so gut läuft? Wow! Vielen, vielen Dank an jeden Einzelnen, der bisher dazu beigetragen hat. Ich bin absolut überwältigt.  Hoffentlich kann ich meinen Augen trauen und hoffentlich ist das kein Traum. Es fehlt zwar noch ein gutes Drittel um das Finanzierungsziel zu erreichen, aber vielleicht findet sich noch der ein oder andere Unterstützer in den nächsten Tagen.

Als kleines Dankeschön hier schon einmal die ersten beiden Kapitel:

Bereit? Auf geht’s?

Stuttgart – Sydney

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Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder Stützräder montieren oder lernen das Ding zu fahren.

Den gesamten Morgen hatte ich damit verbracht mein Motorrad zupacken. Und jetzt  fluchte ich. In jedem Blog, Buch oder Vortrag über eine Weltreise erzählten die Protagonisten stets, wie sie zu viel gepackt und dann später den Großteil ihrer Sachen verschenkt hatten. Ich dachte, mir würde das niemals passieren.

Dann stand ich vor diesem Haufen, unter dem irgendwo eine Yamaha Ténére begraben sein musste. Sie sah aus wie ein russischer Panzer. Koffer und ein riesiges gelbes Topcase waren montiert und beladen, zwischen Tankrucksack und Gepäckrolle hatte ich kaum noch Platz zum Sitzen. Die Isomatte war obdachlos und musste mit Spanngurten außen befestigt werden.

Bevor es losging, gab es noch ein letztes Mal Mamas Pfannkuchen und dann verabschiedete ich mich von meiner Familie, den Hunden und dem Haus.

Es zerriss mir das Herz. Ich hasste Abschiede. Dieser war besonders hart, denn ich wusste nicht, wann ich meine Lieben wieder sehen würde. Diese Reise hatte kein Verfallsdatum. Ich hatte es so gewollt. Und so sehr das fehlende Rückflugticket mir hoffentlich Freiheit ermöglichen würde, so schwer machte es nun den Abschied. Ich schwang mich auf meinen Panzer und als ich mein Gefährt gerade so balancieren konnte, fuhr ich fluchtartig nach Stuttgart. Dort sollte ich meinen Reisepartner Fou treffen. Wir wollten noch ein Erinnerungsfoto vor der schönen Kulisse des Stuttgarter Schlossplatzes schießen, bevor wir endgültig losfuhren.

Es war kalt, diese Art der Kälte, die in jede Ritze kriecht. Keine eisig, trockene, sondern nasse, ungemütliche Kälte. Und es war grau, nicht nur der Himmel, sondern auch die Kleider der Passanten, ihre Gesichter hingegen wirkten fahl. Die Sonne war schon seit Tagen nicht mehr zu sehen gewesen.

Als ich den Schlossplatz erreichte, stand dort eine kleine Menschenmenge und ich erkannte , dass es Freunde waren, die sich versammelt hatten, um uns zu verabschieden. Fou musste das organisiert haben. Ich hatte davon keinen blassen Schimmer und war total überwältigt.

Nur einer fehlte: Fou! Auch eine gute Stunde später gab es kein Lebenszeichen von ihm. Ließ er mich jetzt etwa hängen?

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So stand ich vor dem Schlossplatz und konnte nur warten. Umringt von Freunden, aufgeregt und ratlos, mit Ungeduld und vollem Benzintank. Während ich immer wieder auf die Uhr schaute, drehten meine Gedanken eine Ehrenrunde durch die vergangenen Monate. Zu all den Momenten, die mich hierher gebracht hatten.

Und zu Herrn Lehmann. Denn ich wäre nie auf die Idee gekommen eine  Motorradweltreise zu machen, hätte Herr Lehmann nicht vor einigen Jahren sein Firmenjubiläum gefeiert. Diese kleine Feier war der Anfang vom Ende meiner Konzernkarriere.

Dabei wollte ich bis dahin immer Karriere machen. Natürlich wegen des Geldes. Das Ziel? Mit 30 auf einer Yacht wohnen. Deswegen habe ich Betriebswirtschaft studiert, Schwerpunkt Finanzen. Obwohl sich mein Nebenjob als Barkeeper in einem Nachtclub nicht sonderlich günstig auf meinen Studienerfolg ausgewirkt hatte, war ich dennoch bei ThyssenKrupp untergekommen. Die Talentspäher der Konzernzentrale waren auf mich aufmerksam geworden und hatten mich sogar in einem Förderprogramm für Nachwuchskräfte aufgenommen. Ich war auf der Überholspur.

Thyssen zahlte ein gutes Gehalt, allerdings kein mit 30-auf-einer-Yacht-wohnen-Gehalt. Das nahm ich in Kauf. Es lief gut, ich hatte einen Job in einem der größten Unternehmen Deutschlands, verdiente gutes Geld und meine Chefs präsentierten mir schon die Sprossen auf der Karriereleiter.  Und trotzdem erwischte mich ein Leberhaken.

(unten bitte umblättern)




  1. Oskar

    Hi Stefan!
    Netter Anfang……
    Puhhhh, ich bin von „Lehmanns“ umzingelt….
    Ein Arbeitskollege meines Vaters hieß auch „Lehmann“, war ziemlich fett, soff gerne…
    Ein wenig „Lehmann“ steckt in uns…. mehr oder weniger….
    Wann gibt es das eBook?
    Viel Spass noch bei der Verwirklichung… LG, Oskar

    • Stefan

      Hi Oskar,

      schön von dir zu lesen :)
      Ja, da muss man aufpassen, dass der Lehmann, der in uns allen steckt nicht zu sehr die Überhand gewinnt. Er macht meistens nur langweilige Sachen – die ganzen coolen, wie mit dem Motorrad durch die Gegend reisen – das macht er nicht.
      Umso besser: Mehr Platz für uns ;)

      Ich denke das Ebook kommt im April.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Oskar

    Hi Stefan!

    Danke für die Info…. noch schönen Jahresausklang und einen guten Rutsch ins 17er…..
    LG, Oskar

    PS: sag, ist dir auch momentan so kalt beim Biken? Heute -2,5 Grad… die Einkaufstour war sehr erfrischend…. ;-)

  3. Dietmar Heinen

    Hi Stefan,

    wie kommst du mit dem Buch voran, ich bin schon lange gespannt auf das Ergebnis, Frühjahr 2017 ist ja nun vorbei und ich habe noch nichts gehört.

    Nicht das das Projekt gescheitert ist?!?

    Liebe Grüße,
    Dietmar


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