Thailand, oder das gelobte Land

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Es sind die kleinen Dinge im Leben, die glücklich machen, wie Nutella zum Beispiel :-D

Abschied nehmen

In Indien, als wir alle zum ersten Mal aufeinander getroffen sind, haben wir uns gegenseitig skeptisch beäugt. Keiner von uns hätte je gedacht, dass sich so viele Individualreisende so problemlos verstehen können. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der bunten Mischung aus Spaniern, Franzosen, Schweizern und Deutschen haben wir allerdings außergewöhnliche 15 Tage miteinander verbracht. Wie sehr eine so kurze Zeitspanne eine Gruppe zusammenschweißen kann wird uns erst an der Grenze nach Thailand richtig bewusst, denn jetzt heißt es Abschied nehmen. Wir reihen uns also noch ein letztes Mal hintereinander auf, um die Grenzprozedur über uns ergehen zu lassen, vom Unimog, über den James Cook, den Toyota Landcruiser, den Seat Toledo, die Royal Enfield, bis hin zu den beiden BMW’s und der Yamaha. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, Thailand sollte eine kleine Überraschung für uns parat haben. Der Abschied fällt so schwer, dass wir beschließen uns für die erste Nacht in Thailand eine gemeinsame Bleibe zu suchen und nach ein wenig Umherirren haben wir auch das perfekte Nachtquartier für alle gefunden. Der Besitzer eines Sportplatzes lässt uns auf seiner Wiese campieren, inkl. Annehmlichkeiten wie Dusche, WC und Wlan. Dieses ausgesprochen großzügige Angebot nehmen wir natürlich dankend an und bereiten ein Abendmahl für die große Runde vor, das einem letzten Abend würdig ist.

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Mae Sariang, das Motocross Paradies

Einmal in Thailand angekommen gibt es 2 Optionen, am Strand faulenzen oder den wilden Norden erkunden. Natürlich wollen wir beides! Und da wir uns noch früh genug die Sonne auf den Bauch scheinen lassen können, entscheiden wir uns zunächst für den Norden. Goldrichtig! Da wir in Mae Sot über die Grenze gekommen sind und keine große Eile haben entscheiden wir uns für die Grenzstraße 105 anstatt für den 4 spurigen Highway. Nach den letzten Ländern ist es natürlich ein Segen an eine Tankstelle mit Shop zu kommen, in dem Du alles, wirklich ALLES kaufen kannst. Hinzu kommen geteerte Straßen, ein organisierter Verkehr und sofern es der Magen begehrt, auch westliches Essen. Unser Bikerherz schlägt aber immer noch eher für kurvigen Landstraßen als für langweilige Autobahnen und mit der 105 kommst Du total auf deine Kosten. Unser erster Stopp heißt Mae Sariang, ein sehr beschauliches Örtchen umgeben von Bergen und Wäldern. Einige Unterkünfte befinden sich genau am oder über dem Yuam-Fluss. Mae Sariang scheint vor allem bei Motorradfahrern sehr beliebt zu sein. Viele fliegen nur hier her, um mit Motocross Maschinen das Umland unsicher zu machen.

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Chiang Mai, Backpackers Home

Eigentlich stand auf unserem Zettel ganz groß LAOS drauf, als wir aber in Chiang Mai einreiten wissen wir beide, dass wir unseren Platz, zumindest für die nächste Woche, gefunden haben. Chiang Mai ist kein Transitstädtchen. Chiang Mai ist eine Stadt, die Dich sofort in Ihren Bann zieht, gerade so klein um alles ablaufen zu können und gerade so groß, dass es Dir nie langweilig werden kann. Nachtmärkte, Tempel, Streetfood, Chiang Mai hat einiges zu bieten. Wir fühlen uns auch gerade deswegen hier so wohl, da wir auf viele Gleichgesinnte treffen. Wärmstens empfehlen können wir das Hostel Aoi Garden Home, eine grüne Oase inmitten der Stadt. Ein weiteres MUSS ist der Besuch bei Mr. Kai, sowohl das Essen, als auch der Service sind spitze, vom Preis ganz zu schweigen. Wenn Du nach einer Weile Abstinenz Lust hast das Tanzbein zu schwingen, dann bist du in Chiang Mai absolut richtig. Es gibt ein kleines Viertel im Zentrum, an welchem sich Bar an Bar reiht und die Bands um die Gunst der Zuhörer und Zuschauer alles geben, was ihre Stimmbänder zulassen, manchmal sogar ein bisschen mehr.

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Dschungel Trekking vs > 1200 Kurven

In Chiang Mai angekommen bieten sich unzählige Möglichkeiten das Umland zu erkunden. Damit wir Dir sowohl einen Einblick in die motorisierten als auch nicht motorisierten Alternativen geben können haben wir uns, aufopferungsvoll wie wir eben sind, für ein paar Tage aufgeteilt:

Ich bin ein Biker, holt mich hier raus!

Scheinbar durchlaufen alle Tourguides im Norden Thailands dieselbe Ausbildung, zumindest wirst du sehr oft auf folgende Sprüche treffen: Oh my Buddha; Same Same but different; Never try, never know; See you, when you see me und C’est parti mon kiki. Unser blondierter und insektenknabbernder Tourguide Michael konnte zusätzlich noch Teile des Lieds „Macarena“ und „My heart will go on“ trällern. Insgesamt besteht unsere Reisegruppe durch den Nationalpark aus 10 Teilnehmern – 4 Franzosen, 2 Argentiniern, einem Deutschsüdafrikaner und Monika, Rudi und mir. Monika und ich kennen uns noch von meinem ersten Job, sie war damals die beste Mitarbeiterin, die man sich nur wünschen konnte. Nun hat sie mit ihrem Freund Rudi ebenfalls den Job für unbestimmte Zeit an den Nagel gehängt und reist durch die Welt, mehr von den beiden kannst du unter 2faraway nachlesen. Der erste Stopp unserer Tour führt uns zu einem Elefantencamp. Auf dem Rücken der Dickhäuter erkunden wir Flora und Fauna. Das Mittagessen müssen wir uns mit einem kurzen Hike erst verdienen, dafür bekommen wir gebratenen Reis eingerollt in einem Palmblatt serviert. Waschecht verspeisen wir total ausgehungert unser Essen mit zuvor handgeschnitzten Stäbchen. Dschungel Feeling pur, erst recht sobald wir abends am Lagerfeuer vor unserem Nachtquartier sitzen. Gespannt auf den nächsten Tag verkriechen sich alle anwesenden aber ziemlich schnell in die Kojen. Natürlich werden wir alle von den 3 Dorfhähnen geweckt, die pünktlich zum Morgenappell rufen. Unsere Tagesprogramm heute: Wasserfälle, natürlicher Pool, natürlich noch mehr Dschungel und zu guter Letzt das Bamboo-Rafting. Alles in allem ein sehr gelungener Trip. Man merke sich: „Never try, never know!“

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Der Mae Hong Son Loop

Der Norden Thailands ist berüchtigt für seine tollen Motorradstrecken und auch wenn wir in den letzten 2 Wochen in Myanmar schon viel gefahren sind möchte ich mir den berühmten Mae Hong Son Loop nicht entgehen lassen. Angel, den wir in Myanmar kennengelernt haben, ist mit seiner Royal Enfield mit von der Partie und wir machen uns bereit Gummi auf den nächsten knapp 600km liegen zu lassen. Diese haben es in sich: der Mae Hong Son Loop verspricht über 1200 Kurven!

Karte

Pai – Backpacker, Wasserfälle und Canyons

Der erste Stop führt uns nach Pai, aber nicht die Orte sind interessant, sondern der Weg dorthin. Die ersten 762 Kurven und Kehren gibt es schon auf den 135km nach Pai. Irgendwann dreht es sich nur noch in meinem Kopf. Es ist ein wahres Motorradvergnügen!

Pai war einmal verschlafen, mutiert aber vor allem an den Wochenenden zur Partyhochburg. Wir besuchen den Canyon in der Nähe und lassen die Zeit an den Mae Yen Waterfalls verstreichen. In Pai kann man es sich gut gehen lassen! Abends versacken wir in einer Raggae Bar – keine Chance auf Weiterfahrt, also erholen wir uns an den Hot Springs in der Nähe.

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Die Karen

Der nächste Fahrtag führt uns nach Mae Hong Son, berühmt für den Karen Tribe, der in der Nähe zu finden ist. Die Karen kommen ursprünglich aus Myanmar wurden dort allerdings von den Militärs vertrieben. Bekannt sind vor allem die Frauen der Karen: lange Hälse gelten als Schönheitsideal und so werden den Mädchen bereits im frühen Kindesalter goldene Ringe um den Hals gelegt um die Schultern nach unten zu drücken und einen schönen langen Hals zu erlangen.

Das Dorf der Karen ist eine ziemliche Enttäuschung. Anstatt ursprünglicher Lebensweise verkaufen die Karen Frauen Postkarten und Souvenirs in kleinen Verkaufsständen. Immerhin können wir ein Spiel Chinloe bewundern und im Fluss vor dem Dorf einen Elefanten füttern.

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Den Rückweg nach Chiang Mai kürzen wir leicht ab. Eigentlich führt der klassische Mae Hong Son Loop über Mae Sariang; das hatten wir aber schon auf unserem Weg von Myanmar gesehen. Stattdessen fahren wir durch den Doi Inthanon Nationalpark. Wir bewundern den höchsten Berg in Thailand allerdings nur von weitem, denn zwischen uns und Chiang Mai liegen knappe 300km. An der Natur kann man sich trotzdem nicht satt sehen und die Straßen durch den Park sind so eng, dass ich froh bin meine Koffer abgenommen zu haben. An einem kleinen Markt stärken wir uns noch einmal bevor es zurück in den Stadtdschungel Chiang Mai geht.

Reunion in Chiang Mai

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Witzigerweise und total zufällig treffen sich nicht nur Stefan und ich wieder in Chiang Mai, nein, auch Lina und Bruno, unsere Weggefährten aus Myanmar kreuzen mit ihrem James Cook plötzlich wieder auf. Wir kommen also nicht um ein feucht fröhliches Wiedersehen herum und verlängern unseren Aufenthalt für die beiden um noch ein paar Tage, bevor es noch weiter nördlich zum Goldenen Dreieck geht.