Darum reise ich

Reisemotivation_1

Warum gibst du hier alles auf und machst diese Reise? oder Am Ende schaut jeder nur nach sich selbst!

Nikki Beach Club vs Einreisestempel

Man kann nur aufgeben woran man hängt. Lassen wir diese Aussage zunächst einfach so stehen und trennen wir in unserer Betrachtung Menschen von Gegenständen. Jeder der Angst davor hat, seine Wohnung aufzugeben, seine Playstation, oder sonstigen Kram ist hier falsch, denn dieser Jemand, falls er denn jemals um die Welt reisen wollte, macht das nicht für sich, sondern für die Anerkennung anderer und um seinen Lebenslauf etwas interessanter zu gestalten und um bei Aperitifs und Kanapees einen klitzekleinen Moment Aufmerksamkeit zu erhaschen. Mir geht es nicht darum, für eine bestimmte Zeit aus dem Alltag auszubrechen und etwas „verrücktes“ zu unternehmen. Mir geht es darum einen für mich sinnvollen Alltag zu finden, möge die Suche noch so lange andauern oder wo auch immer auf der Welt hinführen. Als Materialist wirst du wohl eher davon träumen, von Insel zu Insel zu jetten, von Nikki Beach Club zu Nikki Beach Club, von Aufklebern auf deinem Rimowa Köfferchen und von Stempeln in deinem Reisepass. Ok, ich gebe zu, auf die Stempel bin ich auch irgendwie scharf. :)

Reisemotivation_3

Fassen wir also zusammen, ich habe kein Problem mit Minimalismus, ich hänge nicht an irgendwelchem materialistischen Kram, aber dennoch habe ich das Recht, meinen grünen Sneakern aus Las Vegas nach zu trauern.

Freunde und Familie

Kommen wir zum härteren Teil, den Freunden und der Familie. Wobei ich da kaum einen Unterschied mache.
Meine Freunde werden schon ohne mich klar kommen, ich denke, wir glauben viel zu sehr, dass wir nicht ohne einander können, kommt es allerdings doch aus irgendeinem kindischen Grund zum Zerwürfnis lebt jeder trotzdem ohne den anderen weiter, oder habt ihr alle eure große Liebe aus dem Kindergarten geheiratet und seid Busenkumpels mit euren Sandkastenfreunden? Ich glaube nicht!
Puhhh, jetzt wird’s schwierig, denn bei den eigenen Eltern oder den Geschwistern ist das Gewissen im Vergleich zum Ego fast ebenbürtig, aber eben nur fast. Glücklicherweise geht es meinen Eltern ihrem Alter entsprechend noch gut, also könnte ich mich jetzt noch schnell aus dem Staub machen und darauf hoffen, dass meine Schwester im Zweifelsfall für sie da sein wird. Außerdem baut man sich im Best Case ja irgendwo auf der Welt ein neues Leben auf und hofft, dass es kein Onewayticket zum Mars wird. Allerdings muss man sich über den Worst Case auch bewusst sein, es könnte auch ein Abschied für immer sein. Spreche ich vom Tod? – Nein, dafür ist es viel zu früh. Was ich euch allerdings sagen kann ist, dass die Angst hier zu versauern, um ein vielfaches größer ist, als die Angst vor meinem Ableben.

Reisemotivation2

Ok, natürlich möchte ich euch nicht verheimlichen, dass wir einen einigermaßen passablen Schulabschluss haben, unser Studium einigermaßen ordentlich abgeschlossen haben, mehr als 3 Jahre Berufserfahrung vorweisen können und die Sicherheit von Hartz IV in Deutschland haben, sollte sich doch irgendwas unglücklicher fügen als gedacht. Das nenn ich doch mal Risikomanagement, oder Herr Stehr?

Beenden möchte ich diesen Monolog, für diejenigen, welche an das Schicksal glauben, mit einem kleinen Zitat, welches mich auf Facebook angesprungen hat, als ich anfangen wollte diesen Artikel zu schreiben:

If you don’t build your dream, someone else will hire you to build theirs.




  1. Ralf

    Hallo, super was Ihr macht.
    Die Angst hier zu versauern trieb mich auch häufiger ins Ausland, ohne viel Geld, ohne viel Sicherheiten, ohne Krankenversicherung.
    Bevorzugtes Gebiet ist Südostasien, Philippinen, tiefste Provinzen, teilweise ohne Strom und den ganzen Kram. Hier fühlte ich mich das erste Mal richtig wohl und zuhause angekommen.
    Der nächste Trip beginnt im Mai 2015 und dieses Mal Ende offen…
    Minimalismus, Suffizienz, Subsistenz…damit beschäftigte ich mich lange, kann aber diesen Lebensstil kaum in Europa umsetzen..
    Was die Philippinen angeht. Nach Yolanda brach in Tacloban einiges zusammen. Ich war einige Monate vorher in Tacloban, als noch alles in Ordnung war.
    Einige Freunde dort haben mir berichtet, das heute wieder ein relativ normaler Zustand dort herrscht. Das wird meine nächste Anlaufstelle sein, wieder nach Leyte zurückzukehren.


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