Warum es völlig absurd ist ein Buch zu schreiben

Copy of Copy of Sie haben eine Lücke im Lebenslauf. (6)

Sie ist vielschichtig, wunderschön, und ein launisches Miststück.

Nie bin ich ihr genug. Nur Manchmal, wenn alles richtig läuft, dann, nur dann, sind wir gemeinsam besser als jeder für sich.

Ich lebe für meine neue Geliebte und liebe diese Momente. Dann inspiriert sie mich.

Sie muss dafür nichts tun. Aber ich stehe jeden Tag früh auf für sie, achte peinlich genau auf meinen Schlaf für sie, halte mich fit für sie, ich ernähre mich sogar bewusster für sie. Wenn irgendetwas nicht passt, ich müde oder ausgelaugt bin, dann lässt sie mich nicht ran.

Dieses Flittchen:

Das Schreiben.

Wir sind erst seit kurzem zusammen. Ich glaube zumindest, dass wir zusammen sind. Ich bin der deutlich schwächere Teil in unserer ungleichen Beziehung.

Nur wenn ich ihr mein Bestes gebe, bekomme ich etwas zurück. Hin und Wieder. Meistens lässt sie mich einfach links liegen. Wie ein ausrangiertes Kleidungsstück.

Die schlechteste Investition aller Zeiten

Das Schreiben fällt mir nicht leicht, es fliegt mir nicht zu, es ist harte Arbeit.

Außerdem ist ein Buch schreiben das wohl schlechteste Investment aller Zeiten.

Seit drei Monaten verbrate ich meine letzten finanziellen Ressourcen und stecke die besten Stunden meines Tages in ein Projekt, dass sich wohl nie rechnen wird.

Eigentlich sollte ich es besser wissen, schließlich habe ich BWL mit Schwerpunkt Finanzen studiert.

Um einen fairen Stundenlohn zu erhalten müsste schon ein Erfolg wie Harry Potter oder Twilight drin sein. Leider bin ich auf meiner Reise nur auf einem Motorrad geritten und nicht auf einem fliegenden Besen, Vampire habe ich auch keine getroffen. Ein Dämpfer für die Erfolgschancen.

Warum also das Ganze?

Weil Ich die Absurdität ein Buch zu schreiben, der Absurdität kein Buch zu schreiben vorziehe.

Warum es völlig absurd wäre kein Buch zu schreiben

Neugier vs Angst

Ich habe BWL studiert, anstatt Soziologie, obwohl mich letzteres viel mehr interessierte. Während dem Studium habe ich in einem Edelnachtclub Champagner ausgeschenkt, anstatt etwas Gemeinnütziges zu tun. Ich war nie Rafting Guide, sondern Verkaufsberater für Aufzüge und Online Marketing.  

Ich bin immer dem Geld gefolgt.

Warum?

Aus Angst.

Angst zu versagen, Angst nicht dazu zugehören, Angst zu verhungern, Angst alleine zu sterben. Angst hat mein Handeln bestimmt.

Selbst wenn Leute sagen: “Du bist so mutig mit dem Motorrad um die Welt zu fahren.” Dann muss ich entgegnen, dass es weniger Mut war, sondern eher Angst.

Angst in einem Leben zu versacken, indem ich von meinem Kalender und meinem Chef regiert werden würde, mir würde die Zeit durch die Finger rinnen, wie warmes Wachs und eines morgens würde ich aufwachen, neben einer Frau, die mich nicht mehr liebt, belastet mit Hypotheken, Krediten und Sorgen, gefangen in einer kaputten Ehe, wie ein Vogel im Käfig. Ich würde mir die Federn rausreißen und verkümmern.

Du siehst: Angst!

Auf der anderen Seite der Angst winkt fröhlich die Neugier.

Neugier ist das Gefühl, dass Kindern gehört, bevor die Erwachsenen, die Schule  und die Gesellschaft es ihnen austreiben.

Es ist das Gefühl, wissen zu wollen, was sich hinter der Tür befindet. Oder am Ende des Schotterweges. 

Was ist hinter der Kurve?

Was ist hinter der Kurve?

Sie belohnt uns mit schönen Aussichten und manchmal mit blutigen Knien.

Eine einsame Insel - Tada!

Eine einsame Insel – Tada!

Ich mag meine Neugier, sie hat mich schon oft an schöne Orte gebracht und deswegen will ich ihr von nun an mehr folgen.   

Ich habe keine Ahnung, wie man ein Buch schreibt, aber es interessiert mich und deswegen mache ich es jetzt einfach und schlage mir die Knie auf. Mal schauen was am anderen Ende wartet.

Hast du Lust mir zu helfen?
Über unsere Neuigkeiten wird in den kommenden Wochen viel entschieden: Es geht um das Design vom Cover oder von Illustrationen, es wird Textproben geben und vieles mehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir hilfst. Als Dankeschön gibt es schon vorab kostenlos den großen €€€ Report.

Neugier vs Leidenschaft

Für Menschen, die ihr Leben lebenswert gestalten möchten, gibt es einen viel bekannteren Gegenentwurf als auf die Neugier zu hören. Er heißt:

“Follow your Passion!”.  

Dein Leben geht den Bach hinunter? Kein Problem! Du weißt nicht was du mit dir anfangen sollst? Egal! Mach einfach das, was dich heiß macht, dich nachts nicht schlafen lässt, dass in dir brennt! Folge deiner Leidenschaft.

Und was zum Teufel ist meine Leidenschaft?

Ich weiß es nicht.

Ich glaube, dass der Weg der Neugier ein viel angenehmerer, freundlicher und verlässlicherer Weg ist. Anstatt einer “Tschaka” Rede ist es ein Finger, der dir auf die Schulter tippt.

Jeder würde doch gerne seiner Leidenschaft folgen und ein sinnstiftendes Leben führen. Das Problem ist nur, dass viele Menschen, (genau wie ich) von Angst regiert werden. So verbringen sie ihr Leben in Schockstarre, vermeiden Schmerz und warten auf das große Zeichen ihrer Leidenschaft. Auf den brennenden Busch, der zu ihnen spricht oder einen neuen Moses, der vom Berg hinabsteigt und sie von ihrer Aufgabe auf diesem Planeten unterrichtet.

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Dabei übersehen sie die Brotkrümelspur, die ihre eigene Neugier gestreut hat.  

Vielleicht führt diese Spur sogar zu unserer Leidenschaft! Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht führt sie ins Nichts. Aber rate mal: Das ist völlig in Ordnung.

Ich glaube ein Leben, indem du deiner Neugier folgst ist ein interessantes Leben, es ist wie ein Mosaik in verschiedenen Farben und Formen und verwandelt dein Leben selbst in ein einzigartiges Kunstwerk.

Es ist ein Leben des Handelns und Tuns anstatt des Wünschens und Hoffens. So wirst du zu der Person, die die Geschichten am Lagerfeuer erzählt.

Wenn da nur nicht die Angst wäre.

Was mir hilft ist, dass ich mich nicht mehr für die Anhäufung von Geld interessiere und die meisten Dinge, die man mit Geld kaufen kann brauche ich nicht. Vielleicht ist das eine der ultimativen Lehren aus einem Leben auf dem Motorrad.

Das macht mein Leben sehr günstig. Meine Freunde schauen schon schräg, denn ich trage meine Schuhe länger als man sie wohl tragen sollte. Aber mich interessieren nur trockene Füße, nicht leuchtendes Leder. Ich habe genügend Vertrauen in mich, dass ich mit dem was ich kann und weiß, dieses geringe Niveau an Geld erwirtschaften kann.

Vielleicht sogar mit diesem Buch. Und wenn nicht? Dann habe ich ein Buch geschrieben. 

Eine schöne Geschichte fürs nächste Lagerfeuer.

 




  1. Kaschte

    Hallo Stefan,

    ich schau auch ohne deinen Newsletter immer mal wieder auf deine/eure Seite. Ich fahre auch ungeheur gern mit dem Mopped. Einfach raus. Wenn es auch nur für ein Wochenende ist, oder eben für ein paar Stunden…
    Wenn ich mal gerade nicht fahren kann (meist wegen Familie) lese ich auf deiner Seite ein paar Artikel. Und das obwohl ich diese bereits mehrfach gelesen habe. Es inspiriert mich immer wieder wie du schreibst und ich fühle mich dabei von dir mitgenommen. Das tut echt gut.
    Danke. Mach weiter.


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